Kater Mexx - vermittelt

mexx

Geb.-Datum: 22.03.2014
Geschlecht: kastrierter Kater
Farbe: cream solid
Kennzeichnung: Chip
Wesen: vorsichtig, schreckhaft
Gesundheit: FIV/FeLV neg., geimpft, entwurmt, linker Vorhof leicht vergrößert, im Moment kein Handlungsbedarf
Haltung: reine Wohnungshaltung, gerne mit ges. Balkon/Garten
eingestellt am: 03.10.2017/07.01.2018

 

Update 06.05.2018 von Petra Büttner:

Weil Mexx seit der Nach-OP immer noch humpelt, war ich am 24.04.2018 mit ihm bei dem Chirurgen, der ihn operiert hat, um checken zu lassen, ob er eine 2. Nach-OP braucht oder ob wir die 2. OP am linken Hinterbein angehen können.

Der Doc hat ihn also genau untersucht, gedehnt, gestreckt, hin und her bewegt, gedrückt, gemacht und das Bein rotieren lassen. Alles ist so, wie es sein soll, Mexx hat kein einziges Mal auch nur mit der Schwanzspitze gezuckt, was dafür spricht, dass er keine Schmerzen hat. Es hat sich allerdings in dem Bereich, wo der Femurkopf fehlt, Narbengewebe gebildet, so dass er mit dem rechten Bein keinen so großen Schritt machen kann, wie mit dem linken. Der Doc riet zur Physio, bzw. mehr Bewegung (was er jetzt auch tut, seit dem er in den Garten geht).

Mexx hat sich hier gut eingelebt, läuft ohne größere Probleme in der Gruppe mit. Gut, manchmal zickt er ein bisschen mit den anderen, wenn ihm näher als 30 cm kommen, aber es beschränkt sich auf ein bisschen Gebrummel ohne Gefauche und Schlägerei. Sein Spitzname hier ist "Bommel", weil er knotet wie Hölle, sich nicht kämmen lässt (diesen orthopädischen Totalschaden kann man halt auch nicht so festhalten wie eine "normale" Katze) und dementsprechend große Knoten an Brust und Bauch hat. Da er aber eh am 14.05. in die 2. OP geht, werden wir die Knoten in Narkose ausscheren. Dann muss ich mich und ihn nicht stressen.

Er ist unheimlich gerne im Garten, macht ein mords Theater, wenn die Balkontür geschlossen ist und er grad nicht raus kann. Überhaupt hat er den lieben, langen Tag irgendetwas zu erzählen, quatscht und gurrt vor sich hin. Interessanter Weise ist er ganz dick mit Perser Simon (seit Anfang März hier), wahrscheinlich weil beide irgendwie "die Neuen" sind. Im Garten bewegt er sich gut und ausreichend und schnell (mit Hufgetrampel und Eleganz eines Kaltbluts), außerdem muss er ja auch die Katzenleiter runter und wieder rauf - gutes Training für die "Haxen".

Mexx kam zusammen mit seinem Bruder Sammy Anfang August 2017 zu Inka Pfisterer in die Pflegestelle. Der Abgabegrund war zum einen Zeitmangel, zum anderen die Tatsache, dass Mexx seit Monaten den Freund der Besitzerin anknurrte und sichtlich gestresst war. Wir haben Mexx direkt nach Einzug bei uns gründlich tierärztlich durchchecken lassen, er war deutlich untergewichtig, hatte schlechte Zähne und Fieber. Das Blutbild war soweit ohne größere Auffälligkeiten. Mexx wurden 13 Zähne gezogen, die Zahnfleischentzündung ist inzwischen zurückgegangen. Nach Abschluss der Zahnsanierung ergab eine zweite Untersuchung einen leicht vergrößerten linken Vorhof, der allerdings nicht behandlungsbedürftig ist. Eine Kontrolluntersuchung in zwei Jahren wurde empfohlen.

Das Knurren und Fauchen uns gegenüber hielt etwa 1-2 Wochen an, nachdem wir Mexx völlig in Ruhe ließen, hat er es auch schnell eingestellt. Die beiden Kater saßen die ersten Wochen, jeder für sich einzeln, so gut wie den ganzen Tag in einer offenen Katzentransportbox auf dem Schrank.

Wochen später, als beide Kater sich aus ihren Höhlen endlich auf den Boden trauten, fiel uns auf, dass Mexx extrem schlecht läuft, sein rechtes Hinterbein nachzieht und wenig belastet. Inka konnte seinen komischen Gang filmen, wir zeigten das Video unserem Tierarzt und die Diagnose "Patella Luxation" stand im Raum. Da beide Kater wenig miteinander anzufangen wussten (außer, sich in ihrer panischen Schreckhaftigkeit ständig gegenseitig zu bestärken), beschlossen wir, sie zu trennen und Mexx zu Petra Büttner umzusetzen um ihn in Erlangen operieren zu lassen.

In der neuen Pflegestelle gibt Mexx sich schüchtern und zurückkaltend und baut nur langsam Vertrauen auf. Er wirkt sehr in sich gekehrt, ist dabei aber niemals böse oder gar angriffslustig, lässt sich streicheln. Er kommt aus seiner Höhle auf dem Schrank (ja, auch hier hat er einen Kennel in luftiger Höhe als Rückzugsort) immer herunter, um sich seine Streicheleinheiten bei Petra abzuholen oder zusammen mit ihr vom Bett aus fernzusehen.

Kurz vor Weihnachten 2017 hatte er seinen Vorstellungstermin bei unserem Erlanger Tierarzt, der die Diagnose "beidseitige Patella Luxation (Grad 3 und 4)" bestätigte. Am 08.01.2018 fand die OP statt, in der eigentlich beide Kniescheiben gerichtet werden sollten. Allerdings entdeckten wir beim Röntgen vor der OP 2 alte, offensichtlich unbehandelte Oberschenkelkopfbrüche, die schon so stark Arthrose angesetzt hatten, dass ihm das wahnsinnige Schmerzen bereitet haben muss. Nach kurzem Beratschlagen haben wir uns entschieden, erst einmal eine Seite (die rechte, schlimmere) zu operieren und dann in ca. 8 Wochen, wenn alles gut verheilt ist, die andere. Und so wurde der rechte Oberschenkelkopf entfernt und eine neue Rille angelegt, in der die Kniescheibe in Zukunft gleiten kann.

  • Mexx-09.01.2017-1
  • mexx-09.01.2017-2
  • roentgen

Wir hoffen sehr, dass er sich nach den OPs, wenn er keine Schmerzen mehr in Knien und Hüfte hat, dem Menschen gegenüber weiter öffnet und noch mehr Vertrauen fasst.

Wir wünschen uns für Mexx ein sehr ruhiges, geduldiges und vor allem beständiges neues Zuhause mit wenig Veränderungen in reiner Wohnungshaltung, gerne mit gesichertem Balkon oder Terrasse. Kein ungesicherter Freigang! Die Abgabe erfolgt wie immer nach Vorkontrolle und gegen Schutzgebühr (250 Euro) und mit Schutzvertrag.

Mexx ist nach langem Aufenthalt in unseren Pflegestellen und 3 OPs an den Hinterbeinen am 23.06.2018 in sein neues Zuhause bei Tanja und Dirk in der Nähe von Heidelberg umgezogen. Wir wünschen dem sanften, lieben und vor allem sehr tapferen Bärchen alles Gute!

 

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