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Weicher Kot oder Durchfall – was tun? Tipps und Erfahrungswerte

  1. Aussehen des Kotes
  2. Diagnose
  3. Behandlung
  4. Katzenklo-Hygiene
  5. Darmsanierung
  6. Fütterung
  7. Entzündliche Darmerkrankungen als Ursache für Durchfall
  8. Allergie?
  9. weitere Infos, Links und Bezugsquellen

Da wir immer wieder gefragt werden, wie man denn der Katze bei Durchfall helfen kann, hier ein Erfahrungsbericht und ein paar Tipps.

Dieser "Ratgeber" ersetzt AUF KEINEN FALL einen Tierarztbesuch! Hält der Durchfall länger als 3 Tage an, ist auf jeden Fall ein Tierarzt zu konsultieren!

Zuerst einmal muss man differenzieren zwischen "Durchfall" und "weichem Kot". Richtiger Durchfall besteht dann, wenn die Katze mehrmals täglich fast flüssigen Kot absetzt. Zwischendurch mal ein weicher Haufen ist als normal anzusehen und natürlich auch von der Fütterung abhängig.

Bei weichem Kot hilft es oft, der Katze über ein paar Tage Darmbakterien (z. B. "Darmflora+" von Dr. Wolz, "SymbioPet" vom TA oder aus der Apotheke, "Darmgel" von Canina o. ä.), eingeweichte Flohsamenschalen (1 TL in einem Glas Wasser über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen und davon 1 EL pro Mahlzeit) bzw. Heilerde oder - noch besser – "Feine Tonerde" (z. B. von Lunderland) ins Futter zu mischen. Alle genannten Zusätze haben eine hohe Akzeptanz bei Katzen.

Die genannten Zusätze schaden keiner Katze, es ist also keine getrennte Fütterung mehrerer Katzen erforderlich. Es ist einzig darauf zu achten, dass die Zusätze im zeitlichen Abstand von ca. einer Stunde zu Medikamenten gegeben werden.

1. Aussehen des Kotes:

Nicht immer, aber oft kann man von Aussehen und Geruch des Kots auf eine mögliche Erkrankung schließen.

- Giardien-Kot ist meist senfgelb, mit Blasen und Blutschlieren versehen und stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel.

- Bei erhöhtem Vorkommen von Clostridien im Darm ist der Kot oft weich, von dunkler Farbe, mit Blasen und riecht stärker als normaler Kot.

- Riecht der Kot säuerlich, gärig, nach Kuhmist, ist evtl. grau gefärbt und glänzt stark, sind meist die Verdauungsenzyme nicht in ausreichender Form vorhanden.

2. Diagnose:

Ist nach 2 oder 3 Tagen keine Besserung in Sicht, sollte die Katze mit einer Kotprobe beim Tierarzt vorgestellt werden. Alle TÄ können direkt in der Praxis die Kotprobe auf Würmer und deren Eier untersuchen. Ein genaues Kotprofil muss meistens in einem Labor erstellt werden. Dann unbedingt auch auf Erreger wie Giardien, Kryptosporidien und Trichomonaden testen lassen. Werden von der Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme ausgeschüttet, kann das im Futter enthaltene Fett nicht richtig verstoffwechselt werden, es wird ausgeschieden und führt dann zu sehr weichem Kot, der fettig glänzt → hier sollte zusätzlich ein Chymotrypsintest im Kot gemacht werden.
Mit dem AniCura-Labor Freiburg (ehemals Barutzki) haben wir was Kotprofile angeht, bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Zusätzlich zu einem Kotprofil empfiehlt sich, besonders bei länger anhaltendem Durchfall oder gleichzeitiger Übelkeit, auch ein Blutbild, da bestimmte Erkrankungen, die Durchfall auslösen können, nur im Blutbild zu sehen sind. Oft bieten Labore gleich ein Blutbild namens „Durchfallprofil / Gastrointestinalprofil Katze“ o.Ä. an. Von besonderem Interesse sind hierbei die Werte spec-fPL (Wert für Bauchspeicheldrüsenentzündung), TLI (Wert für Bauchspeicheldrüsenunterfunktion), Folsäure und Vitamin B12.
Bei Katzen mit unklarer Herkunft ist auch ein Seuchenscreening im Blut auf die Durchfallauslöser Parvovirus und
felines Coronavirus sinnvoll.

Zusätzlich sollte als weitere Möglichkeit für Dauerdurchfall eine Futterallergie im Hinterkopf behalten werden.

Wenn dann innerhalb von 1-2 Tagen das Ergebnis des Labors vorliegt, wird der TA dieses mit Ihnen genau besprechen und eine Behandlung vorschlagen.

3. Behandlung bei Parasitenbefall

Werden bei einer Untersuchung des Kots Giardien gefunden, ist unser Mittel der Wahl das Antibiotikum Metronidazol, das zum einen die Giardien zuverlässig abtötet und zum anderen auch die dadurch entstandene Darmentzündung heilt. Die Gabe des sehr bitteren Metronidazols erfolgt am besten in Leerkapseln (Bezugsquelle: Apotheke oder Lillys Bar-Onlineshop) eingepackt, da viele Katzen wie verrückt speicheln und schäumen, wenn sie die Bitterstoffe schmecken. In der Praxis hat sich folgende Medikation bewährt: 7 Tage Metro, 7 Tage Pause, 7 Tage Metro. Oft gibt es die ersten Ergebnisse nach 2-3 Tagen Behandlung. 10 bis 14 Tage nach der Behandlung sollte eine Kotprobe nochmals auf Giardien getestet werden.

Relativ neu ist das Mittel Metrobactin, ein mit Fleischgeschmack angereichertes Metronidazol, das von den Katzen angeblich deutlich besser akzeptiert wird.

Viele TÄ empfehlen gegen Giardien das Entwurmungsmittel Panacur, was sich aber bei uns in der Vergangenheit als nicht sehr zuverlässig erwiesen hat.

Gegen Giardien haben wir bis jetzt außer Metronidazol auch erfolgreich das Medikament Spartrix (jetzt Gambamix) eingesetzt. Das "Schöne" an Spartrix ist, dass es zum einen nicht so bitter schmeckt und zum anderen die Behandlung mit einer 1-2maligen Gabe deutlich kürzer und somit für Mensch und Katze wesentlich stressfreier ist. Eigentlich handelt es sich bei Spartrix um ein Mittel gegen die Gelbknopf-Krankheit (Trichomonas columbae) bei Tauben. Unter Umständen argumentiert der TA, das Mittel wäre nur für Tauben und nicht für Katzen zugelassen. Allerdings ist auch Panacur nur als Wurmkur für Hunde zugelassen. Das Argument "Spartrix schädigt den Darm sehr stark" ist zu vernachlässigen, da ausnahmslos ALLE Wurmkuren und Antibiotika-Gaben den Darm schädigen, die Giardien dies jedoch in noch viel erheblicherem Maße tun. Bei der Behandlung der Katze mit einem der genannten Medikamente ist im Anschluss UNBEDINGT ein Aufbau der Darmflora mit Darmbakterien o. ä. durchzuführen.

Bei einer längeren Erkrankung durch Endoparasiten kommt es zwangsläufig zu einer Verschiebung der Darmflora. Die "guten" Bakterien werden weniger und die "bösen" nehmen überhand. Wenn man jetzt die Parasiten eliminiert, bleibt das Ungleichgewicht trotzdem bestehen, bzw. werden die meisten Bakterien durch das Antibiotikum abgetötet, egal, ob es sich um die Guten oder die Bösen handelt. Daher ist es unabdingbar, die Darmflora wieder aufzubauen. Siehe dazu die eingangs erwähnten Mittel und die Hinweise unter "Darmsanierung".

Stichwort Trimonaden: Auch wenn die "Tauben-Trichos" (Tritrichomonas columbae) erfolgreich mit Spartrix behandelt werden können, so haben wir die Erfahrung gemacht, dass es bei den "Katzen-Trichos" (Tritrichomonas foetus) nicht immer funktioniert und nach einer Spartrix-Behandlung zwar die Giardien eliminiert, aber die Trichomonaden noch da sind. In so einem Fall bleibt einem nur die Möglichkeit, die Katzen in Absprache mit dem Tierarzt mit Ronidazol zu behandeln.

4. Katzenklo-Hygiene bei Parasitenbefall

Ganz wichtig bei einem Befall mit Giardien, Trichomonaden und Co. ist eine penible Hygiene der Trink- und Fressnäpfe, sowie des Katzenklos. Trinknäpfe sollten grundsätzlich einmal am Tag mit sehr heißem Wasser (über 60°) ausgespült und frisch befüllt werden. Fressnäpfe sollten nach jeder Fütterung ebenfalls mit sehr heißem Wasser (besser Spülmaschine) gereinigt werden.

Da die Katzenklo-Hygiene gerade bei einer Giardieninfektion sehr wichtig ist, um eine Reinfektion zu verhindern, macht es Sinn, in der Behandlungsphase billigste Katzenstreu (z. B. Nagereinstreu in Pelletform) zu verwenden und diese nach jedem Kotabsatz wegzuwerfen. Gerade Giardien sind sehr resistent, was Desinfektions- und Reinigungsmittel angeht, allerdings vertragen sie kein heisses Wasser über 60° C. Das Katzenklo wird also täglich, am besten aber nach jedem Klogang ausgeleert (Streu entsorgen!) und mit sehr heissem Wasser, besser mit kochendem Wasser ausgespült.

Die Umgebung muss täglich gründlich gereinigt und desinfiziert, Decken und Liegeplätze müssen gewaschen werden (mind. 60°). Am praktikabelsten ist es, die Katze(n) während einer Giardien-Behandlung in ein gefliestes Zimmer umzuquartieren, z. B. ins Bad, da sich dort eine sichere Reinigung der Umgebung durchsetzen lässt und man die erkrankten von den gesunden Tieren trennen kann. Während dieser Quarantäne sollte man auf Katzenbettchen und -körbchen verzichten und mit Handtüchern eine gewisse Gemütlichkeit herstellen.

Den oft in Verbindung mit der Giardien-Behandlung propagierten Dampfreiniger können Sie getrost im Eck stehen lassen. Die handelsüblichen Dampfer sind nicht in der Lage, den Boden mind. 30 Sekunden auf 70° aufzuheizen. Es wird alles nur schön warm und feucht (Fliesenfugen!) und bietet so ideale Bedingungen für Giardien.

Desinfizieren kann man am besten mit Disifin, Virkon S, Halamid oder mit einem Ozon-Gerät (gibt es auch zum Ausleihen).

5. Darmsanierung:

Eine Darmsanierung ist ein sehr langwieriger Prozess und Mensch muss viel Geduld aufbringen. Man sagt, dass die Sanierung eines geschädigten Darms ungefähr doppelt so lange dauert, wie die Erkrankung bestanden hat. Ein Monat Durchfall bedeutet also 2 Monate Kur. Ich habe selber bisher einige Durchfall-Katzen behandelt und das dauerte zumindest bei einer Katze fast 2 Jahre. Diese Katze ist nun seit mehreren Monaten stabil, macht perfekte Würstchen und kann wieder alles fressen – es lohnt sich also.

Am besten fängt man mit der Darmsanierung direkt nach der Antibiotika-Behandlung an. Dafür eignen sich am besten die schon genannten Darmbakterien-Mittel, die in großer Menge die guten Bakterien Enterococcus faecium und Lactobacillus acidophilus enthalten.

Gute Erfahrungen haben wir inzwischen auch mit der Reihe SymbioFlor der Firma SymbioPharm gemacht. Für die verschiedenen Mittel gibt es einen Behandlungsplan, der mindestens 12 Wochen umfasst.

Als großer Helfer bei Darmgeschichten haben sich außerdem Mittel wie Ulmenrinde (Slippery Elm Bark, kurz SEB), sowie indische Flohsamenschalen erwiesen. Diese Pulver werden mit Wasser angemischt, bzw. aufgekocht und der Katze als Brei mittels Einwegspritze (ohne Nadel!) direkt ins Maul gegeben. Beide Mittel müssen zeitversetzt zu Medikamenten gegeben werden, da sie eine Schleimschicht bilden und so der Darm die Medikamente nicht oder nur unzureichend aufnehmen kann.

Bei extrem wässrigem Durchfall, oder sehr hoher Kotabsatzfrequenz (mehr als 4x täglich) kann man Flohsamenschalenpulver auch in Leerkapseln füllen und der Katze eingeben. Die Flohsamenschalen binden dann den Nahrungsbrei im Darm und führen zu einer besseren Kotkonsistenz. Wichtig ist, dass man hierbei auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme der Katze achtet.

Da es durch die Darmerkrankung auch zu einem Folsäure- und Vitamin B12-Mangel kommen kann, empfiehlt es sich, diese zuzufüttern. Die beiden Vitamine können vom Körper nicht hergestellt, sondern müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Überschüssiges wird mit dem Urin ausgeschieden. Folsäure nicht bei Epileptikern zufüttern, da hohe Dosen des Vitamins die Wirkung der Medikamente beeinflussen können.

6. Fütterung:

Im Zuge einer Darmbehandlung, bzw. -sanierung würde ich Trockenfutter gänzlich weglassen. Das enthaltene Getreide kann von einer gesunden Katze schon nicht verdaut werden und belastet den Durchfalldarm immens. Außerdem entzieht das TroFu dem Körper noch mehr Wasser, als er schon durch den Durchfall verliert.

Die beim TA angebotenen und sehr teuren speziellen Durchfall-TroFu haben wir bisher mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen ausprobiert. Das "Besondere" an diesen Futtermitteln ist ein Zusatzstoff, der die Darmtätigkeit verlangsamt und so dem Darm mehr Zeit gibt, den Kot einzudicken. Diesen Effekt kann man auch mit Gabe von Imodium oder Lopedium erzielen, das sollte aber ausschliesslich nach Absprache mit dem TA erfolgen!

Was die Hochwertigkeit des Nassfutters angeht, gehen die Meinungen auseinander. Einer unserer TÄ ist der Meinung, es wäre bei Durchfallerkrankungen besser, weniger hochwertiges Futter zu geben, da der Darm mit dem hohen Protein- und Fettgehalt von Premiumfutter einfach überfordert ist. Bei den Behandlungen "meiner" Katzen konnte ich jedoch keinen Unterschied zwischen Junkfood und gutem Futter feststellen.

Wenn es die Katzen mögen, kann man zwischendurch auch einfachen Naturjoghurt oder Quark (enthalten die "guten" Milchsäurebakterien) anbieten. Um die Akzeptanz von Quark zu erhöhen, kann man Fleisch-Baby-Gläschen einrühren. Gekochtes Hühnchen in Reisschleim ist eine gern gefressene leichte Kost, ebenso wie leicht gesalzene Hühnerbrühe.

Wichtig ist auch, den durchfallbedingten Flüssigkeitsverlust der Katze auszugleichen und das geht nun mal am besten mit Nassfutter, über das man noch einen Schwaps Wasser gibt. Bei andauernden, starken Durchfällen ist auch eine Infusionstherapie sinnvoll.

 7. Entzündliche Darmerkrankungen als Ursache für Durchfall

Wird im Blutbild vom Tierarzt eine Erhöhung des fPL festgestellt, deutet dies auf eine eventuelle Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) hin. Zur Absicherung wird oft ein Bauchraumultraschall gemacht. Oft wird dann auch eine parallel bestehende Darmentzündung diagnostiziert.
Da die Katzen bei einer Pankreatitis unter starken Schmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit leiden, beginnt die Therapie meist mit einer „Batterie“ an Medikamenten wie starken Schmerzmitteln, Übelkeitshemmern und Appetitanregern einschließlich Infusionen, die aber nötig sind, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten und die Katze zum selbständigen Fressen zu animieren. Assistenzfütterung (Eingabe von Futter mit einer Spritze) sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen, da die Katzen sonst die Aufnahme von Futter mit einem unangenehmen Erlebnis verbinden.
Oft bevorzugen Katzen mit einer Pankreatitis fettarme Futtersorten (unter 5% Fett), eine fettarme Fütterung ist aber, anders als bei Hunden und Menschen, laut Studien nicht zwingend erforderlich.
Sollte die Katze trotz der Medikamente nicht fressen, sollte sie für ein paar Tage zur Dauerinfusion stationär beim Tierarzt untergebracht werden, da die Pankreatitis wegen der Gefahr eines Multiorganversagens durchaus eine lebensbedrohliche Krankheit darstellt.
Viele Katzen, die parallel noch eine Darmentzündung haben, werden auch mit Kortison behandelt. Wichtig ist hierbei, dass das Kortison möglichst in Tablettenform gegeben wird, um die Dosis flexibel anpassen zu können. Kortisonspritzen sind zwar praktisch, bieten aber keinerlei Spielraum bei der nachträglichen Dosisanpassung und stehen im Verdacht, häufiger Diabetes auszulösen.
Bei einigen Katzen kann es auch zu einer Chronifizierung der Pankreatitis / der Darmentzündung kommen. Diese Katzen sollten möglichst einer Ausschlußdiät unterzogen werden, um eine Allergie als Auslöser der Entzündungen auszuschließen (siehe Unterpunkt „Allergie“). In seltenen Fällen kann es trotz Ausschlußdiät zu weiteren Entzündungsschüben kommen. Man spricht dann von einer IBD (Inflammatory Bowel Disease). Diese stellt aber nur einen Überbegriff für nicht weiter aufklärbare, wiederkehrende Entzündungen des Magen- Darmtrakts dar und ist eine Ausschlußdiagnose. Diese Katzen müssen oft dauerhaft Kortison einnehmen, welches aber generell von Katzen besser vertragen wird als beispielsweise von Hunden oder Menschen. Auch gibt es hier schonendere Behandlungsschemata mit einer Einnahme alle zwei Tage etc.
Vor der Diagnose „IBD“ sollte aber zwingend eine Ausschlußdiät gemacht werden, um den unnötigen (und dann auch nicht gut wirksamen) Einsatz von Kortison zu vermeiden,
wenn sich der Durchfall auch durch einfaches Weglassen des Allergieauslösers im Futter beheben lässt!

Eine bei der Blutuntersuchung des TLI-Wertes
oder des Chymotrypsinwertes im Kot festgestellte Bauchspeicheldrüseninsuffizienz kann sehr leicht über die Gabe der fehlenden Enzyme über das Futter therapiert werden. Oft verwendete Produkte sind hier Almazyme oder Kreon. Ich bevorzuge Kreon, da die Enzyme hier magensäuregeschützt überzogen sind und so unbeschadet den Darm erreichen. Dies ist bei dem Enzymen in feiner Pulverform wie Almazyme nicht der Fall und es wird immer ein Teil der Enzyme im Magen zerstört.

 8. Allergie?

Bei länger anhaltenden Durchfällen ohne ersichtlichen Grund und mit negativen Kot- und Blutuntersuchungen muss man auch an Allergien denken. Eine Katze kann, wie der Mensch auch, auf alles mögliche allergisch reagieren. Auch können Allergien von heute auf morgen auftreten. Die Allergietests, die der TA anhand des Blutes durchführen kann, sind in der Regel nicht sehr aussagekräftig und relativ unsicher, am sichersten ist eine korrekt ausgeführte Ausschlußdiät.

Hauptauslöser für Allergien sind nach wie vor verschiedene Getreidesorten, allen voran der Weizen. Der erste Schritt ist also, das Trockenfutter komplett wegzulassen und ausschliesslich Nassfutter zu füttern. Dabei ist es wichtig, nur Dosen ohne Getreide zu füttern, z. B. von Sandras Schmankerl, Animonda, Amora, VetConcept, Grau, MACs, RopoCat usw. und auch Dosen mit Reis erst mal auszusortieren. Wichtig dabei ist, dass der Inhalt genau deklariert ist (85% Rind, 15% Huhn o.ä.), Dosen mit Deklarierungen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, mind. 4 % Huhn" weglassen, da man hier ja nicht weiß, aus was die restlichen 96% bestehen.

Kommt es bei getreidefreier Dosenfütterung innerhalb von 2 Wochen zu keiner ansatzweisen Besserung, steigt man am besten auf sortenreine Dosen um, am besten gleich auf "exotisches" Fleisch, wie Ziege, Strauss, Känguruh oder Hirsch. Solche Dosen sind z. B. von Sandras Schmankerl, Mjamjam, Catz Finefood Purrr, VetConcept, Select Gold Pure oder RopoCat erhältlich.

Gelingt auch damit keine ansatzweise Besserung, empfiehlt sich die Umstellung auf Rohfleischfütterung, da man dort sämtliche Inhaltsstoffe des Futters in der Hand hat.
"Barfen für die Katz" klingt im ersten Moment recht kompliziert, ist aber, wenn man sich einmal damit beschäftigt hat, gar nicht so schwer.
Alternativ kann man zusatzstofffreie Alleinfutterdosen von Leckaland oder auch Reinfleischdosen von Fleischeslust oder Herrmanns füttern. Reinfleischdosen sind aber ohne weitere Mineralstoffzugaben nur für die Fütterungsdauer der ersten Diätphase (Auschlußphase) geeignet und müssen danach mit Mineralstoffen ergänzt werden. Da natürlich aber auch Allergien auf Mineralstoffe / Zusatzstoffe bestehen können, muss man hier schrittweise und langsam vorgehen.

Wichtig ist, dass die Ausschlußdiät über mindestens 4 Wochen gefüttert wird, bis sich der Darm komplett beruhigt hat. Erst danach kann man langsam versuchen, Zusatzstoffe oder andere Fleischsorten hinzu zu nehmen.
Essentiell ist, dass während der Ausschlußdiät keinerlei Leckerlies, Darmaufbauprodukte, nur zusatzstofffreie Medikamente z.B. keine Medikamente mit Fleischaroma o.Ä. verfüttert werden und auch strengstens darauf geachtet wird, dass die Katze nicht von den Tellern von Mitbewohnern (Katz, Hund oder Mensch) klauen kann.
Als sehr praktisch haben sich hierfür chipgesteuerte Futterautomaten z.B. von der Firma SureFeed erwiesen, die sich nur für bestimmte Tiere öffnen.

Bei "schwierigen Fällen" empfehlen wir immer, einen guten Ernährungsberater / Tierheilpraktiker für Katzen zu Rate zu ziehen. Erfahrungsgemäß behandeln die Schulmediziner meist nur mit der chemischen Keule (Antibiotika, Kortison, etc.) und lassen oft Darmaufbau und Homöopathie ausser acht.

9. Weitere Informationen und Links:

 Grundsätzliches zum Thema Würmer und Giardien:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wurminfektionen_der_Katze

http://de.wikipedia.org/wiki/Giardien

http://www.labor-freiburg.de

 https://barf-blog.de/ausschlussdiat-bei-futtermittelallergien/

 

Darmsanierung:

Präparate von SymbioPharm http://www.symbiopharm.de  erhältlich in jeder Apotheke, einen Wochenplan dazu gibt's bei

http://www.lucky-land.de --> Wehwehchen --> Darmsanierung

Slippery Elm Bark (SEB, Ulmenrinde) erhältlich bei http://www.lucky-land.de Feine Tonerde erhältlich bei http://www.lunderland.de 

Darmgel von http://www.canina.de

Darmflora+ und B-Komplex/Biotin/Folsäure von http://www.wolz.de

Folsäure-Tabletten erhältlich in Drogerien und Apotheken

 

Futter:

http://www.vet-concept.de

http://www.grau-gmbh.de

http://www.sandras-tieroase.de

http://www.leckaland.de

 

Barfen:

http://www.savannahcat.de

http://www.diekatzenbarfbarpage.de

http://www.katzen-fieber.de

 

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© Petra Büttner-Lotter, 2010

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