Kater Neo

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Der schwarze Kater Neo kam am 17.12.08 in die Pflegestelle von Andrea und Klaus. Seine Vorbesitzerin hatte ausrichten lassen, er "hätte sich an einer Scherbe die Pfote ein bisschen verletzt". Allerdings liess uns die erste Inaugenscheinnahme der Pfoten sofort zum Tierarzt fahren.

Anfang Dezember 2008 erreichte uns die Nachricht einer befreundeten Tierschützerin, sie hätte von einer Frau einen schwarzen Maine Coon-Kater übernommen und ob wir diesen in einer Pflegestelle unterbringen könnten. Die Frage nach dem Gesundheitszustand des Katers beantwortete sie mit "soweit ist er in Ordnung, die Vorbesitzerin sagte mir, dass er sich an einer Tellerscherbe die Pfote aufgeschnitten hat".

Andrea und Klaus aus Nürnberg (bei ihnen wohnte zu der Zeit schon ein Ex-MCH-Kater) "wünschten" sich schon länger einen schwarzen Coon und so riefen wir sie an und fragten, ob sie denn den Schwarzen einstweilen in Pflege nehmen könnten. Wenn es mit den anderen Katzen klappen würde, könnte er ja dort bleiben. Die Beiden besitzen große Katzenerfahrung und mit einem Schnitt in der Pfote kämen sie schon zurecht. Dachten wir. Dachten wir alle...

Als wir "den Schwarzen" dann in Nürnberg aus dem Kennel holten, traf uns fast der Schlag. Die großen, mittleren Ballen an beiden Vorderpfoten bestanden zu 2/3 aus blankem Fleisch, zwischen den Ballen und den Zehen war alles verpappt mit Blut, Eiter und Katzenstreu. Die restlichen Ballen waren sonderbar weich und aufgedunsen ohne jegliche Hornhaut. Wir packten ihn stande pede wieder ein und Klaus fuhr mit ihm sofort zur Tierärztin, die ihn in der gleichen Nacht noch operierte. Die Ballen wurden v-förmig eingeschnitten, vorsichtig vernäht und verbunden, gleichzeitig wurden Gewebeteile ins Labor geschickt und der Kater kastriert. Natürlich gab es auch Antibiotika.

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Im Laufe der nächsten Wochen wurden die Pfoten täglich in einer speziellen Lösung gebadet, die Ballen eingecremt und Neo, wie er jetzt heißt, bekam Babysöckchen an, damit die Salbe wenigstens den Hauch einer Chance hatte, etwas einzuziehen, bevor er sie wieder ableckte. Die Hystologie der Gewebeproben ergab eine "plasmazelluläre Pododermatis" (wir können diesen Zungenbrecher inzwischen fliessend und ohne zu stottern aussprechen). Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen und niemand weiß sicher, was sie auslöst oder warum sie entsteht.

Zu allem Überfluss hatte Neo Giardien im Gepäck und musste auch noch dagegen behandelt werden. Glücklicher Weise hatten ihn Andrea und Klaus im Wellness-Bereich ihres Kellers untergebracht, wo alles gefliest ist und man den Hygiene-Standard hoch genug halten kann, um diese fiesen Einzeller auszulöschen. Und ihn damit gleichzeitig in Quarantäne, womit eine Gefährdung der anderen Katzen ausgeschlossen war.

Es war also eine harte Zeit für Andrea und Klaus (was uns heute noch leid tut), die sich aber letztendlich doch gelohnt hat. Die Befürchtung, dass die Nähte an den Ballen beim Fäden ziehen wieder aufplatzen könnten, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet und Neos Pfötchen sind gut verheilt. So gut, dass er inzwischen wie ein Verrückter (gut, er ist ja erst etwas über ein Jahr alt) die Bäume im Garten rauf und runter rast ohne dass die Rinde seine Ballen verletzt. Er hat sich zu einem tollen, verschmusten Kater gemausert und wir wünschen ihm von ganzem Herzen, dass diese blöde "PP" nie mehr ausbricht.

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