Patenkater "die Fs"

Zwei junge Spaßvögel mit grossen Handicaps

Findus oder liebevoll auch Flauschi genannt (bluetabby) und Fijodor alias Fidschi (blue) sind Norweger-Coon-Mischlinge, am 30.10.15 geboren, Wurfgeschwister, zwei lustige und lebensfrohe Spaßvögel.

Am 05.11.16 kamen die beiden Fs als Abgabetiere zu mir in Pflege, weil die frühere Besitzerin mit ihnen überfordert war. Vor der Abgabe waren wir schon in regen Kontakt, was unternommen werden kann, um die Unsauberkeit von Fijodor in den Griff zu bekommen. Die frühere Besitzerin tat alles in ihrer Macht stehende, aber leider ohne Erfolg. Dazu kam, dass Findus begann, sich am ganzen Kopf blutig zu kratzen und dabei auch am Auge verletzte. 6 Wochen musste er einen Kragen tragen, das Auge musste alle paar Stunden mit Salbe behandelt werden. Fijodor wurde immer unsauberer, er setzte überall Kot ab, ging nicht mehr auf die Toilette. Als die Vorbesitzerin einfach nicht mehr konnte, rief sie um Hilfe und brachte sie mir, mit dem großen Wunsch, das passende Zuhause für die beiden zu finden - das, was sie ihnen nicht bieten kann. So zogen die beiden bei mir ein und ich fing an, sie genau zu beobachten.

Findus:

Er wurde nach meiner Beobachtungszeit und mehreren Vorstellungen bei der Tierärztin mit Cortison behandelt und es wurde eine Ausschlussdiät begonnen. Dies funktionierte recht gut, er hörte auf zu kratzen und wurde den blöden Kragen wieder los. Dazu kam bei ihm eine Stressblase (die Urinuntersuchung war ohne Befund), die sich aber wieder beruhigte. Außerdem wurde bei ihm eine Hüftdysplasie und eine leichte Patella Luxation (Kniescheibenverrenkung) diagnostiziert. Die Abschlussuntersuchung steht noch aus.
Derzeit muss er leider wieder mit Cortison behandelt werden, weil er erneut begann, sich am Kinn blutig zu kratzen und auch wieder das Auge verletzte. Möglicherweise hat er von den anderen Katzen irgendwelche Reste ergattern können und SOFORT reagiert, was eindeutig auf eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten würde.

Update Oktober 2017:
Findus ist leider eine Großbaustelle was seine Haut betrifft. Auch er bekommt noch immer ein Spezialfutter. Seit Monaten ist er in fachdermatologischer Behandlung, weil er die schwerste Form von feliner Kinnakne hat, die es gibt.
Wir haben bisher fast 2000 Euro TA-Kosten investiert, um dem Buben zu helfen. Es beruhigt sich zwar immer mal wieder, flammt dann jedoch wieder auf. Auch mit einer dauerhaften systemischen Cortisonbehandlung gelang es nicht, die Kinnakne in den Griff zu bekommen, weshalb das Cortison nun versuchsweise ausgeschlichen wird. Aktuell finden Behandlungsversuche mit lokalen immunmodellierenden Medikamenten statt, deren langfristige Wirkung wir abwarten müssen.

Findus ist trotz allem ein lustiger, am Leben sehr interessierter Kater, der mega intelligent ist. Er schafft es, geschlossene Katzenklappen so zu bearbeiten, dass er sie öffnen und durchschlüpfen kann. Sein Bruder Fidschi öffnet in Sekundenschnelle sämtliche Türen. Ein cleveres Gespann, mit Handicaps.

Fijodor:

Fijodor, Fidschi genannt, ist das große Sorgenkind. Da beide sich so sehr mögen, bleiben sie auf jeden Fall zusammen. Sie spielen, toben und raufen zusammen. Ein tolles Team.
Fidschi wurden bei der Tierärztin aufgrund seiner Unsauberkeit die Analdrüsen entleert, was für eine kurze Zeit etwas Ruhe für ihn brachte, er ging wieder auf die Toilette und setzte relativ normalen Kot ab. Leider hielt das nicht lange, nach kurzer Zeit begann er wieder Kot überall abzusetzen, auf Tischen, Schränken, Bett, Böden, überall. Der Kot wurde immer breiiger, dann immer dünner und mit der Zeit war auch immer mehr Blut dabei. Er zeigte starke Schmerzen.

Hier eine chronologische Aufstellung der Therapie:

  • 13.10. Behandlung mit Zylkene und RC Calm
  • 21.10. Diagnose Analbeutelentzündung, manuelle Entleerung, Kotuntersuchung, Blutbild
  • 28.10. Analbeutelverlegung, Vollnarkose, Spülung
  • 05.11. Umzug zur Maine Coon Hilfe, er war die erste Zeit sauber und schmerzfrei
  • 30.11. TA Besuch, Analdrüse völlig voll, wurde manuell entleert, Behandlung mit Surolan
  • 04.12. Unsauberkeit beginnt, 10-20 Stellen, sehr weich, Kot wird immer weicher, riecht sauer
  • 07.12. TA Besuch, Analdrüse ist leer, viel Blut beim Kot dabei, Schmerzmittel wird verabreicht, Überweisung zur Tierklinik
  • 08.12. Tierklinikbesuch, Blutbild, erneut Kotuntersuchung, Koloskopie, Biopsien. Es wurde eine Darmentzündung diagnostiziert, evtl. IBD, Dickdarmwand verbreitert, Gewebe wurde punktiert, Analbeutelentzündung -> gespült, er bekam Schmerzmittel, Antibiotikum, Heilerde
  • 15.12. erneut Kontakt mit der Tierklinik, keine Veränderung, weiter Kotabsatz überall, 40-50 x, dünn, viel Blut dabei, Heilerde wird täglich mind. 2 x verabreicht
  • 20.12. Kot wird fester, immer noch mit Blut, Schmerzmittel und Antibiotikum abgesetzt
  • 24.12. Die erste Wurst wurde abgesetzt, die zweite INS KaKlo 
  • 27.12. es wurde eine Cortisontherapie begonnen, um die Entzündung zu mindern
  • 28.12. erneut Blutbild
  • 10.01. es geht aufwärts, er geht brav ins Klo, Blut ist keines mehr dabei, Cortison wird ganz, ganz langsam reduziert
  • 15.01. er hat einen Krampfanfall , Verdacht auf Epilepsie, weiter beobachten
  • 06.02. Cortison wird weiter reduziert
  • 13.02. erneuter Krampfanfall
  • 17.02. TA Besuch, Gallensäurestimmulationstest, Coronaviren- und Toxoplasmose-Test, Blutbild
  • 18.02. Cortison wird weiter reduziert

Update Oktober 2017:
Bei Fidschi wurde leider die Epilepsie bestätigt; er leidet an der idiopathischen Epilepsie (das heißt: Ursache unbekannt) und wird seit Mitte März mit Phenobarbital behandelt. Die Anfälle reduzierten sich dadurch auch. Anstatt einmal im Monat hat es bis zum nächsten Anfall 3 Monate gedauert; allerdings war dieser auch sehr heftig. Möglicherweise hat er nun auch kleine fokale Anfälle bzw. Absencen, was man aber nicht wirklich fest machen kann. An seiner Lebensfreude hat er jedoch nichts verloren; er spielt, tobt und hat einfach Spaß am Leben! Offenbar verträgt er die Medikation recht gut. Bei YouTube gibt es ein Video von einem seiner Anfälle.
Sein Durchfall ist mit dem Spezialfutter Vergangenheit, das er allerdings auch weiterhin bekommt.

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Update April 2018:

Fidschi ehem. Fijodor (blue): Bei Fidschi haben wir die Epilepsie scheinbar recht gut im Griff, bei ihm ist es jedoch sehr sehr wichtig, dass er seine Medis genau im Abstand von 12 Stunden bekommt, ein Verschiebung von auch nur 1 Stunde löst einen Anfall aus. Der letzte war leider so heftig, dass er noch immer etwas zurückbehalten hat, er zuckt seither öfters mit den Augen, schaut ab und an ins Leere, aber dennoch hat er riesen Spaß am Leben und vor allem nur Unfug im Kopf.

Bezüglich seiner Darmentzündung hatten wir leider wieder einen Rückfall im Dezember 2017, er nahm innerhalb von 3 Monaten über 500 g ab, was mir Sorgen bereitete. So fuhren wir in die Tierklinik, dort wurde ein Schall gemacht und leider bestätigte es sich, sein Darm war wieder entzündet. Deshalb wurde wieder eine Kortisontherapie begonnen, die noch immer läuft. Ein Kontrollschall im März 2018 zeigte, dass der Darm sich wieder beruhigt hat, die Entzündung recht gut zurückgegangen ist. Ein erneutes Kontrollschall werden wir Mitte April machen.

Derzeit frisst er gut, er spielt, tobt, hat Spaß am Leben und vor allem viel Blödsinn im Kopf.

Flauschi ehem. Findus (sein Bruder, black-tabby) heißt ab sofort Flauschi, weil er eine mega Flauschkugel ist und vor allem, auf diesen Namen hört er :-)

Aufgrund seiner Autoimmunerkrankung stehen wir in Dauerkontakt mit der Dermatologin, die ihn so toll behandelt, dass er endlich nach über einem Jahr sich nicht mehr blutig kratzt.

Im November 2017 freute ich mich so sehr, endlich konnten wir das Kortison ausschleichen. Aber nein, die Freude währte nicht lange, er bekam 2 Wochen nach dem Absetzen innerhalb von ein paar Stunden fürchterlich rote Augen, es legte sich ein trockener krustiger schwarzer Film auf seine Augenränder, alles entzündete sich, auch seine Ohren. Also ab zum Tierarzt. Es musste ein Abstrich gemacht werden samt Bakteriologie um zu sehen, was los ist. Er wurde wieder täglich 2 x an den Ohren behandelt, dazu wieder Kortison gegeben, bis sich alles beruhigt hatte. So war die Überlegung, wie geht es mit dem Bub weiter. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschieden sich die MCH den kostenintensiven Behandlungsschritt zu gehen und ihn mit Atopica zu behandelt, ein Immunsupressivum. Die Kosten des Medikamentes belaufen sich monatlich auf mind.100 Euro. So begannen wir mit der Behandlung, Anfangs Parallel zum Kortison, sprich, dieses ausschleichen und das Atopica beginnen, damit dieses seine volle Wirkung hat, bis das Kortison abgesetzt wird. Zwischenzeitlich musste mehrmals der Fructosaminwert getestet werden, da bei der Gabe von Atopica die Gefahr von Diabetes besteht. Gemäß dem Behandlungsschema unserer tollen Dermatologin war es Anfang Februar soweit und das Kortison war abgesetzt, nur noch das Atopica. Mittlerweile bekommt er nur noch jeden 2. Tag das Medikament und es geht ihm damit sehr gut. Die postive Nebenwirkung ist starkes Fellwachstum, er hat einen mega Kragen bekommen, dazu sehr viel Fell und so entstand seiner neuer Namen Flauschi :-)

Am 10.02.18 trat eine plötzliche Lahmheit auf, er wollte aufstehen und konnte nicht, die Vorderbeine funktionierten aber seine Hinterbeine nicht. Sie waren wie gelähmt, als ich ihm in die Füße zwickte reagierte er, d.h. eine klassische Lahmheit war es nicht, aber was war es. Er fiel um, konnte nicht stehen. Bis ich alles zusammengepackt hatte, um sofort in die Klinik zu fahren, wurde es wieder besser. Jedoch lief er nicht sehr gut, er rutschte oft aus, lief auch anders. So beobachtete ich ihn die Folgetage. Jedoch am 23.2. fraß er nichts mehr, war sehr ruhig und zurückgezogen. Also ab zum Tierarzt. Das Blutbild zeigte keine guten Werte, er bekam ein AB und Schmerzmittel. Und leider wurde ein Herzgeräusch festgestellt. Es wurde ein erneuter Termin vereinbart zum Röntgen und zum Herzschall. Das Röntgenbild zeigte eine klassische HD, was operiert werden soll, aber noch nicht jetzt sofort. Tja und das Schall zeigte das, was wir nicht sehen wollten, er hat HCM (Herzmuskelerkrankung).

Weitere Infos zu HCM: https://www.tierklinik-haar.de/leistungsangebot/kardiologie/herzerkrankungen-bei-tieren/hypertrophe-kardiomyopathie-hcm.html

Aufgrund der Erkrankungen bekommen beide Spezialdiätfutter.

Das Schöne ist, Tiere leben im Hier und im Jetzt, beide wissen nicht, wie krank sie sind und genießen jeden Tag aufs Neue.  Sie laufen in unserer Gruppe super mit und haben ihre Freunde zum Spielen und Raufen und genießen den gesicherten Garten, genießen einfach das Leben.

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Update Juni 2018

Fidschi (Fijodor) machte uns zwischenzeitlich wieder Sorgen, da er wieder begann schlecht zu futtern und abnahm, zeigte sich im  Kontrollschall immer noch eine minimale Entzündung, deshalb erhält er noch immer Kortison. Derzeit schleichen wir es weiter aus, ganz ganz langsam, in monatlichen Schritten, um einen starken Rückfall zu vermeiden. Seine Epilepsie haben wir recht gut eingestellt. Trotz seiner täglichen Medikamente, die dauerhaft nicht gesundheitsfördernd sind, hat er permanent viel Blödsinn im Kopf, ständig stellt er irgendwas an; das zeigt, er hat Spaß am Leben und genießt es in vollen Zügen. Futtertechnisch sind wir noch immer ganz langsam am Probieren, was er verträgt und dann auch noch mag :-) Zwei Tage in Folge das Gleiche, ein no go für Fidschi :-)))) Das macht es leider nicht ganz einfach, denn zu viele verschiedene Sorten sind leider nicht gut bzgl. der Darmentzündung.

Flauschi (Findus) bereitete uns auch wieder Sorgen, im April bekam er einen Rückschlag bzgl. seiner Haut. Er begann wieder zu kratzen, war komplett blutig und seine Augen waren innerhalb ein paar Stunden wieder völlig entzündet und krustig. So bekam er sein Medikament wieder täglich und glücklicherweise kamen wir dieses Mal ohne Kortison aus. Nach gut einer Woche hat sich alles wieder einigermaßen beruhigt, so dass er seither wieder täglich sein Medi nehmen muss. In Absprache mit seiner Dermatologin beginnen wir nun eine neue Dosierung mit der großen Hoffnung, dass er damit klar kommt und langfristig gut eingestellt werden kann.

Aufgrund des Medikamentes, was die Nebenwirkung von Fellwachstum hat, war er so explodiert mit Fell, so dass er sich nicht mehr richtig putzen konnte vor lauter Fell. So beschloss ich kurzer Hand, ihm das Fell zu stutzen. Das fand er megamega toll. Nach dem Schnitt, ja es stimmt, den Prozess würden wir gnadenlos verlieren :-), fing er sofort an sich zu putzen, räkelte sich hin und her, düste durch die Wohnung vor lauter Freude. Man merkte es ihm deutlich an: er fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Haut. So schneiden wir ihm regelmäßig das Fell kürzer und er fühlt sich wohl. Das ist das Wichtigste. Zusammen mit Fidschi stellen die beiden ständig was an, düsen durch die Bude und genießen das Leben, vor allem den katzensicheren Garten.

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Flauschi und Fidschi sind zwei lebenslustige tolle Katzen, jedoch mit großen Baustellen, die auch sehr kostspielig sind. Helfen Sie uns mit einer Patenschaft, die bei den Katern noch ausstehenden Untersuchungen/Operationen stemmen zu können. Wenn alles abgeschlossen und Fidschi mit Medikamenten gut eingestellt ist, steht einer Vermittlung nichts mehr im Wege. Geben Sie den beiden eine Chance, sie haben sie so sehr verdient. Wer die beiden Kerle irgendwann adoptiert, ist zu beneiden, sie sind wahre Schätze.

 

Patenschaftsantrag

Wir bedanken uns herzlich bei den Paten Carsten Torz, Katharina Meitzner, Michaela Funcke, Kai-Uwe Helbig, Betti Groß & Britta Schichtl, Natalie Webbeler, Margit Hildesheim, Danielle Muller-Zens, Gernot Conrad, Claudia Rohrbach und Miriam Lehrmann.