Aufnahmestop

Das erste Mal in 12 Jahren Maine Coon Hilfe e.V. müssen wir vorübergehend einen Aufnahmestopp aussprechen. Uns blutet dabei das Herz, aber die finanziellen Mittel sind leider begrenzt. Bei Zuchtauflösungen haben wir bisher immer Glück gehabt: viele tolle Spender halfen uns, die Kosten auch für sehr aufwändige Behandlungen und Operationen zu decken. Oft beteiligen sich auch Zuchtvereine, Futtermittelhersteller oder andere Firmen bei Spendenaktionen nach Zuchtauflösungen. In den vergangenen Monaten hatten wir glücklicherweise keinen solchen Fall. Aber sehr viele einzelne Katzenschicksale, die zwar weniger Aufsehen erregt, aber ähnliche Kosten verursacht haben.

Ein paar Beispiele:

freddy maulFreddy, ein ca. vierjähriger Kater, der von privaten Tierschützern vor zwei Jahren von der Straße gepflückt und gesund gepflegt wurde. In den letzten Wochen hatte sich eine riesige Wucherung im Maul gebildet. Freddy wollte nicht mehr fressen und eine OP konnten sich die Tierschützer aktuell nicht leisten. So kam er zu uns. Nach einer sehr aufwändigen OP mit Entfernung des Tumors und der Zähne im betroffenen Bereich hatten der Tierarzt und wir die Hoffnung, dass es "nur" ein gutartiger Tumor war. Bis das Ergebnis der Histologie da war - Fibrosarkom. Der Tumor konnte nicht vollständig entfernt werden, weil das Gaumendach betroffen war. Wir wussten, was das heißt und so hat der bezaubernde Freddy einen "die-in-love-Platz“ bei seiner Pflegestelle bekommen. Er wurde noch mit diversen alternativen Behandlungsmethoden versorgt, um ihm eine möglichst lange, beschwerdefreie Zeit zu geben. Misteltherapie, Heilpilze... es soll ja schon Wunder gegeben haben. Leider nicht bei Freddy. Der Tumor wuchs rasend schnell nach und so mussten wir ihn gehen lassen :(
Behandlungskosten: 695 Euro

 

 

 

 

 

piccolinoPiccolino, ein fünfjähriger Kater. Sein Besitzer konnte seine tierärztlichen Behandlungen nicht mehr bezahlen. Er litt an „chronischer Ohren- und Augenentzündung“, sowie an einer heftigen und ebenso „chronischen“ Zahnfleischentzündung. Durch die schon länger währende Ohrenentzündung und das damit verbundene, ständige Kopfschütteln war das eine Ohr bereits stark verkrüppelt. Es brauchte insgesamt vier Operationen (Zähne, 2x Auge, Ohr) um seine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Erschwerend kam hinzu, dass er bei seiner ersten OP (Zähne) eine heftige Gerinnungsstörung zeigte, die er ohne Bluttransfusion nicht überlebt hätte. Die folgenden Operationen an seinem Rolllid und die Entfernung des Gehörgangs mussten deswegen besonders gut überwacht werden. Alles ist gut gegangen und bald darf er in sein neues Zuhause ziehen, wo er schon sehnsüchtig erwartet wird.
Behandlungskosten bisher: 1.690 Euro

 

 

 

hope 2Hope, ein kleines Mädchen, geboren Anfang April. Sie wurde im Juli in einer Zoohandlung in Duisburg gekauft. Wenige Tage später landete sie bei uns. Sie hatte fürchterlichen Durchfall und ihr ging es sehr schlecht. Der Anfangsverdacht auf Parvovirose (Katzenseuche) wurde leider durch ein Labor bestätigt und nur mit intensivmedizinischer, stationärer Betreuung konnte ihr junges Leben gerettet werden. Inzwischen geht es ihr deutlich besser. Aber bis sie vermittelt werden kann ist es noch ein langer Weg mit Päppeln und wiederholten Tests.
Behandlungskosten bisher: rund 500 Euro. Und Hope muss noch kastriert und ordentlich geimpft werden, was noch einmal mit gut 250 Euro zu Buche schlägt.

 

 

 

Das sind nur drei Beispiele von vielen in den letzten Monaten. Unsere Pflegestellen versorgen die Miezen alle ehrenamtlich und nicht selten schaffen wir es innerhalb weniger Stunden eine Fahrkette quer durch Deutschland zu bilden, um Notfälle in die passende Pflegestelle bzw. in der Nähe einer speziellen Klinik unterzubringen. Aber ohne Geld können wir die anfallenden Tierarztkosten nicht tragen.
Bevor wir nun bei der Versorgung der Katzen oder dem uns selbst auferlegten Standard der Untersuchungen vor Vermittlung Abstriche machen, wollten wir auf diesem Weg versuchen, durch Eure Hilfe den Aufnahmestopp so kurz wie irgend möglich zu halten.

Bitte sprecht unter Euren Cooniefreunden über uns. Macht ein bisschen Werbung für Fördermitgliedschaften (ab 30,- Euro im JAHR) oder schickt uns eine kleine Spende, wenn es Euch möglich ist.
An die Züchter unter Euch: Eine Züchterin hatte einmal eine tolle Idee, die sie auch verwirklicht hat. Sie hat bei jedem verkauften Kitten zu den Unterlagen einen Fördermitgliedsantrag gelegt und mit den neuen Katzeneltern über die MCH gesprochen. Das ist eine super Idee, um bei Coonieliebhabern Werbung für uns zu machen.

Allgemein stimmt es uns immer wieder traurig, dass die wenigsten Mitglieder bei uns Züchter sind. Denkt daran, es kann jederzeit auch einmal ein Baby von Euch bei uns landen und Hilfe benötigen. Die MCH war ursprünglich eine Idee von Züchtern, die über die Kittenabgabe hinaus eine Art "Versicherung" für ihre ehemaligen Kitten wollten. Von dieser Idee ist scheinbar kaum noch etwas übrig :-(
Uns sind natürlich Liebhaber als Fördermitglieder genauso lieb. Aber je mehr Fördermitgliedschaften wir haben, desto mehr können wir helfen.

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