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Bericht über die Zuchtauflösung am 05.08.2011

Am Sonntag, den 31.07.11 erreichte uns der Hilferuf einer ehemaligen Züchterin (nennen wir sie mal Frau X.), sie stecke in einer Notlage und müsse ca. 50 Maine Coons und weitere Tiere abgeben. Ihr ganzes Leben sei nach einigen Schicksalsschlägen aus dem Ruder gelaufen und auch die Katzen hätten sich in der Zeit, in der sie in der Klinik war unplanmäßig vermehrt.

Noch am selben Tag lief die Maschinerie an und Martina und Lisa telefonierten unsere Pflegestellen nach Kapazitäten ab. Gleichzeitig wurden vorhandene Pflegekatzen in andere Familien um- bzw. ausquartiert, um Platz zu schaffen. Am Dienstag darauf stand fest, dass wir die 50 Katzen platzieren können. Am selben Tag meldete sich Frau X. noch einmal per Mail und teilte uns mit, sie hätte noch einmal durch gezählt und es wären doch mehr Katzen, nämlich 69 Maine Coons und weitere Tiere.

Nun also das gleiche Spiel von vorne, Pflegestellen abtelefonieren, hier und da noch eine Katze mehr dazu setzen, bis wir am Donnerstag wussten, es können 69 Katzen und 3 weitere Tiere aufgenommen werden.

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Am Freitag, den 05.08.11, also 5 Tage nach dem Hilferuf fuhren wir mit 3 Autos zu Frau X., um die Katzen zu begutachten, sie für die jeweiligen Pflegestellen zu sortieren (wenn viele Katzen auf relativ engem Raum in der PS leben müssen ist es von Vorteil, wenn sie sich kennen und gut verstehen), zu "katalogisieren", in Kennel und das jeweilige Auto zu packen. Eine Kollegin fuhr von Frau X. bis Koblenz, wo die Katzen und ein Hund für die Pflegestellen in NRW übergeben wurden. Die beiden anderen Fahrzeuge wurden mit insgesamt 51 Katzen und einem weiteren Hund für die Pflegestellen im Erlanger Raum beladen. Wir hatten die Zeit für die Abholung leider etwas blauäugig geplant und statt 2 Stunden zu laden, dauerte es über 4 Stunden und es wurde auch dank des regen Verkehrs auf den Autobahnen weit nach Mitternacht, bis wir wieder zu Hause waren. Am Wochenende darauf holten wir noch einmal 5 Katzen ab und weitere 18 Katzen brachten wir zu einem befreundeten TSV nach Niedersachsen.

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Aus Erfahrung wussten wir, dass die Katzen nicht nur "etwas verknotet" und "teilweise nicht geimpft" waren. Die wenigsten Leute, die so einen großen Katzenbestand haben, haben wirklich einen Überblick. Die Katzen waren zum größten Teil unterernährt und dehydriert, einige hatten Nieren-, Leber- oder Herzprobleme, Bisswunden, entzündete Augen und Ohren, offene Wunden, sowie Zahnfleischentzündungen, 2 Katzen (Axl und Elle) haben jeweils ein Auge verloren, diese beiden wurden am Tage nach der Abholung unserem Augenspezialisten in der Notfallsprechstunde vorgestellt. Ebenfalls sofort zum TA ging Kätzin Hope mit Verband am Hinterbein, der wohl schon sehr lange, bzw. ZU lange nicht mehr gewechselt wurde. Beim Entfernen des Verbandes ging die Haut großflächig mit ab und ein Großteil des Pfotengewebes war schon abgestorben, so dass das Hinterbein nur noch amputiert werden konnte.

Achtung, die Bilder sind nichts für schwache Nerven!

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Außerdem hatten wir 2 Kater mit Entropium (Rolllid), bzw. Linseneintrübungen und Schiefhals. Die ersten Tests auf Giardien waren allesamt positiv. Die Babies waren teilweise in einem sehr jämmerlichen Zustand, die meisten verschnupft, ausgetrocknet und klapperdünn, alle mit Durchfall.

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Natürlich waren auch tragende Katzen dabei. 7 Babies wurden am 10.08.2011 geboren und Mutter Calimera, selber erst 8 Monate alt, hatte weder Milch, noch kümmerte sie sich sonstwie um die Kleinen. So hatten wir zu allem Überfluss auch noch Flaschenkinder, die rund um die Uhr alle 2 Stunden die Flasche brauchten. Calimera wurde am 12.08.2011 notkastriert wegen einer eitrigen Gebärmutterentzündung, im Lauf der ersten Woche starben 3 ihrer Babies. 2 weitere Babies haben Schäden am zentralen Nervensystem (Dobby) und an den Organen (Babygirl) behalten.

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Kätzin Suzie warf in der Alpener PS am 03.09.2011 4 Babies, wovon 3 an verschiedenen Missbildungen gestorben sind. Einzig Kater Ollie überlebte und fand zusammen mit seiner Mama ein neues Zuhause.

Die meisten Katzen mussten kastriert (zum Teil wegen eitriger Gebärmutterentzündungen notoperiert) werden und alle wurden geimpft, gechippt und auf FIV und Leukose getestet. Viele Katzen mussten teilweise, bzw. ganz geschoren werden, da sie solche Filzplatten haben, dass ein Kämmen unmöglich war. Ein Kater (Eisi) hatte so dichte Filzplatten am ganzen Körper, dass er nicht mehr richtig laufen konnte und die TÄ Probleme hatte, mit der Nadel durchzukommen.

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Für 3 Katzen (Jane, Max und Geneva Sue) kam unsere Rettung leider zu spät und sie mussten wegen des sehr, sehr schlechten Allgemeinzustandes ein paar Tage später erlöst werden. Katze Kenzo starb einige Wochen nach Übernahme an einem Bauchwassererguss, Baby Red starb überraschend an einer Darmeinstülpung, sein Bruder Floyd und Kater Berlios starben im neuen Zuhause vermutlich ebenfalls an einer Darmeinstülpung oder einem –verschluss.

Das erste Mal in der Geschichte der MCH hatten wir auch mehrere Katzen mit Blutgerinnungsstörungen, sogenannte „Bluter" und 2 wären uns nach der Kastration fast verblutet.

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Einige von den Katzen hatten Veränderungen an den Organen (Leber, Niere, Milz, Galle), einer davon (Diego) verstarb in der Narkose völlig überraschend an einem Lungenödem. Er und einige weitere Katzen litten an Polypen in den Innenohren, bei allen wurden die Paukenhöhlen eröffnet und Polypen und Schmodder entfernt.

 

Bei 2 Katzen (Cassie und Quesera) stellten wir während der Kastration fest, dass bei beiden die Gebärmutter bis obenhin voll mit Eiter und missgebildeten, abgestorbenen Föten in verschiedenen Entwicklungsstadien waren. Kätzin Duchesse hatte 3 Totgeburten und danach eine Total-OP.

Alle Katzen wurden uns vertraglich übereignet und gingen somit in unser Eigentum über, was aber auch bedeutet, dass alle Kosten für Tierarzt, Futter, Streu, Benzin etc. von uns getragen werden mussten. Anfangs rechneten wir mit ca. 20.000 Euro, letztendlich wurden es dann knapp 40.000 Euro.

Aus Pierre, unserem "Wackelkandidaten", um dessen Leben wir lange gebangt haben, ist inzwischen ein stattlicher Kater mit knapp 8 kg geworden:

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Mindestens ebenso toll entwickelt hat sich Mützchen:

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Und hier noch weitere Bilder von glücklichen Katzen im neuen Zuhause:

  • Duchesse_2_016
  • Jessi-Joy
  • Kissy
  • Pierre1
  • Pierre2
  • Schorschi
  • Vince
  • addi-juma
  • addi-juma2
  • angie
  • armani
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  • eisi-cidane
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