Die Geschichte von Lily, dem Kater mit der Gaumenspalte

Lily wurde am 03.01.03 geboren. Leider stellte sich kurz nach der Geburt heraus, dass er nicht an Mamas Zitzen saugen konnte. So hat ihn seine Züchterin mühsam mit der Magensonde ernährt. Nach ein paar Tagen wurde vom TA festgestellt, dass er eine Gaumenspalte hatte, deswegen war es im nicht möglich, den nötigen „Unterdruck" im Mäulchen herzustellen um richtig saugen zu können. Allerdings war er in den paar Tagen schon ganz gut gewachsen und so hat ihn die Züchterin weiterhin mit der Magensonde ernährt, bis er gross und stark war. Dann wurde er zu netten Liebhabern vermittelt.

Das Liebhaberpaar trennte sich jedoch und Lily sollte eingeschläfert werden. Er hatte, bedingt durch die Gaumenspalte und das dadurch entstandene Verschlucken beim Fressen, ständig eitrige Rachenentzündungen, die sich unter anderem durch starkes Niesen, Rotzen, Augentränen und fürchterlichen Mundgeruch bemerkbar machten. Da er in diesem Zustand nicht vermittelbar war, sollte er eingeschläfert werden mit der Begründung vom TA (!) „das Tier hat ständige Nebenhöhlenentzündung und dadurch immer starke Kopfschmerzen". Eine OP kam für diesen TA nicht in Betracht, da die Gefahr einer Lungenentzündung zu hoch sei (???).

Die verzweifelte Züchterin erfuhr davon, setzte sich mit uns in Verbindung und so kam Lily zu uns in die Pflegestelle.

Wir haben ihn dann unserem TA vorgestellt und der meinte, dass eine antibiotische Behandlung der Rotzerei keinen Erfolg hätte ohne die Ursache, sprich die Gaumenspalte, zu beheben. Es wurde ein Termin vereinbart und Lily wurde operiert.

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Wie man auf den Bildern sehen kann, stellte sich die Gaumenspalte als „umgedrehtes V" im weichen Gaumen dar. Gottseidank war der Gaumenknochen nicht betroffen. Der TA schnitt praktisch links und rechts entlang des „V"s die Haut auf und nähte sie zusammen.

Nach einer Woche konnte man von der Narbe nur noch einen schmalen dunkelrosa Strich sehen und 10 Tage nach der OP sah man fast gar nichts mehr! Der Gaumen sah aus, als ob er noch nie anders gewesen wäre. Seitdem ist Schluss mit Verschlucken, Niesen und Rotzen. Er kann wieder ganz normales Futter fressen und würgt dieses auch nicht mehr hoch. Und unter dem Strich hat die OP mit anschliessender Behandlung nicht viel mehr gekostet als eine antibiotische Behandlung der eitrigen Rachenentzündung. Dass dem Kater durch die OP eine ganz andere Lebensqualität gegeben wurde, versteht sich von selbst.

Und da Lily so ein lieber, total zärtlicher Schmuser ist und alle Leute vorbehaltlos begrüsst und beschmust hat er schon sein neues Heim in Neustadt gefunden. Nach einer abschliessenden Untersuchung mit „Freigabe zur Vermittlung" und einer frischen Impfung kann er in sein neues Heim umziehen.

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