Patenkater Diego

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Anfang Oktober 2015 bekamen wir an einem Sonntagmorgen einen verzweifelten Anruf eines Mannes, der sich nicht mehr zu helfen wusste und dringend um Hilfe bei seinem Kater Diego bat.

Bei dem Gespräch stellte sich heraus, dass Diego seine Frau mehrfach attackiert ist, sie seither unter Antibiotikum steht und mittlerweile große Angst vor ihm hat.

Um etwas Spannung aus der Situation zu nehmen brachten die Besitzer den Kater zur Pflegestelle und da saß er dann. Riesengroße Augen, zitternd und mir fiel schnell auf, dass er sehr ruckartig atmet. Nach ein paar Tagen fing er an, sich das Fell auszureisen, drehte sich im Kreis und leckte sich permanent.

 

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Nach längerer Überlegung brachten wir Diego wieder in sein altes zu Hause, besprachen verschiedene Dinge, die die Situation vor Ort optimieren sollten. Ursprünglich war die Vermutung, dass eine Couch, die vom potenten Nachbarskater markiert wurde und wieder im Haus stand, der Auslöser war und er ab diesem Zeitpunkt diese Ausraster hatte.

Zu Hause angekommen tolerierte er die Änderung, separat in einem Zimmer zu sein in keinster Weise. Er randalierte, schrie und führte sich tierisch auf, außer den Besitzer durfte ihn niemand besuchen, die Frau schon gar nicht, auch kein Besuch. Nach ein paar Tagen starteten die Leute erneut den Versuch, ihn am Alltagsleben teilhaben zu lassen. Dies funktionierte für 2 Tage, dann attackierte er wieder die Besitzerin. Also kam er wieder zu mir in die Pflegestelle und da saß er wieder, ein Stück Elend. Bevor Diego an dem Abend der Attacke zu mir kam, fuhren die Besitzer noch zum Tierarzt und stellten ihn auf den Kopf. Dabei wurde eine massive Skoliose (dreidimensional verdrehte Wirbelsäule) festgestellt, weshalb die Tierärztin ihn eigentlich einschläfern wollte. Ich bat die Besitzer, dies nicht zu tun und ihn mir zu bringen.

 

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Nachdem er wieder begann, sich zu lecken, Fell auszureißen, im Kreis zu drehen und sehr schwer Luft bekam, überlegten wir lange, wie es mit ihm weitergehen soll. Dieser Zustand war alles andere als lebenswert. Denn aufgrund der heftigen Skoliose hat die Lunge sehr wenig Platz und somit bekommt er nur unter Anstrengung Luft. Wir beschlossen, ihn schnell zu behandeln, damit er wieder ein lebenswertes Leben hat und er frei atmen kann. Und damit das eintritt, muss er entspannen, somit hat die Lunge wieder mehr Platz. Er bekommt seither Chlomicalm.

Nach der ersten Gabe hörte er sofort auf, sich das Fell auszureißen, hatte keine Leckalopezie mehr und auch kein Kreisdrehen. Also wussten wir, dieser Ansatz war der Richtige. Über Monate lebte er sich ganz toll ein, er wurde in meine Gruppe integriert und hat Freunde gefunden. Er fühlt sich hier sichtlich wohl, tobt und spielt, hat ein lebenswertes tolles Leben mit Katzenfreunden und seinem geliebten gesicherten Freigang. Jeden Tag aufs Neue freue ich mich zu sehen, wie er sein Leben genießt.

Aufgrund seiner Atemnot, Leckalopezie sowie Kreisdrehen wird Diego nicht mehr umziehen in ein anderes zu Hause, damit ihm dieser erneute Stress und die damit für ihn extremen Folgen erspart bleiben. Da er noch immer sein Medikament benötigt, entstehen dauerhaft Kosten, denn es müssen regelmäßig Blutwerte kontrolliert, sowie das Herz geschallt werden.

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12.03.2018

Diego ist derzeit stabil, er bekommt weiterhin sein Medikament, zwar reduziert, dennoch benötigt er noch immer etwas. Er fühlt sich in der Gruppe wohl und spielt vereinzelt sogar mit, zwar sehr verlangsamt und dosiert, da dies aufgrund seiner schweren Atmung nicht besser geht. Er fordert abends immer sein Ritual ein, etwas Trockenfutter in seinem Pipolino, das ist das Highlight für ihn.
Nach über zwei Jahren, die er hier ist, kommt er nun auf die Couch zum Schmusen und legt sich auf uns, fordert vehement seine Schmuseeinheiten ein. Dabei wartet er schon, bis ich zum Kühlschrank gehe und mir einen Kakao aus dem Kühlschrank hole, denn er möchte unbedingt den Strohhalm der dabei ist, große Augen bekommt er, schnurrt wie ein Dieselmotor, bis er ihn bekommt und damit spielen kann. Herrlich.

Im Oktober hatte er einen Durchhänger als eine Pflegekatze auszog, niemand hatte damit gerechnet, dass es ihn so trifft. Er wollte nichts mehr essen, der Kopf hing bis zum Boden, er zog sich zurück, hatte keinen Spaß mehr am Leben, wir waren schon in Angst, dass seine Skoliose schlimmer wurde und wir mit dem Schlimmsten rechnen mussten. Das Röntgenbild war glücklicherweise unverändert. In der Praxis zum Röntgen erlebten wir auch wieder, wie stark seine Skoliose ist. Das Röntgenbild hing im Flur, sämtliche Ärzte liefen vorbei, rissen die Tür auf: was ist das? Diese Katze lebt nicht mehr? Doch, da ist er.
In der Trauerzeit betüttelten wir Diego ganz doll, er bekam ganz viel extra Portionen Aufmerksamkeit, ein homöopathisches Mittel gegen Trauer, nach ca. 3-4 Wochen war er wieder der Alte. Das zeigt wieder, wie schlecht er mit Veränderungen klar kommt.

Derzeit geht es ihm gut, wir sind sehr zufrieden mit seinem Zustand. Aufgrund der Medikamente, die er nimmt, muss regelmäßig ein Herzschall durchgeführt werden als auch Blutkontrollen.

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25.06.2018

Diego bereitete uns leider Sorgen, er lief uns hinterher wie ein Hund, sobald er uns nicht mehr sah, fing er sofort das Schreien an. Er konnte absolut nicht alleine sein. Kaum gingen wir in den Keller, schrie er wie am Spieß, erst als er uns wieder sah, entspannte er. Er stand permanent unter Stress, nichts interessierte ihn mehr, kein Garten, keine Freunde, nichts, er wollte nur beim Menschen sein. Das zeigte uns, er hat wieder Verlustängste, er begann auch wieder stark zu markieren um den Stress abzubauen. So überlegten wir nicht lange und erhöhten wieder sein Medikament auf seine Wohlfühldosis. Auch wenn wir es 3-monatsweise reduzierten, die jetzige Dosierung war zu wenig für ihn, es ging ihm damit nicht gut. Nun bekommt er wieder seine Wohlfühldosis, es geht ihm gut, er liebt wieder seinen Garten, kuschelt mit seinen Freunden, futtert gut, seine Welt ist wieder in Ordnung.

Er ist ein toller toller Kerl, könnte er doch nur reden, was ihm in seinem Leben widerfahren ist. Dennoch muss man ihn immer im Auge behalten, die kleinste falsche Situation überfordert ihn.

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Unterstützen Sie uns, helfen Sie Diego. Er ist so ein Sonnenschein. Seine früheren Besitzer sind noch immer sehr traurig, dass sie ihren Schatz nicht mehr bei sich haben können, sie erkunden sich regelmäßig nach ihm.


Patenschaftsantrag

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Paten

Claudia Rohrbach, Margit Hildesheim, Daniela Hartmann, René Besser-Wilke, Frank Schenkhut