Patenkater Mikesch

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Am 3.5.2018 erreichte uns folgender Hilferuf: Ein älterer Kater (13 Jahre alt) könne nicht mehr vernünftig versorgt werden. 

Die Besitzerin sei bereit, ihn an den Tierschutz zu überschreiben, ob die Maine Coon Hilfe Mikesch übernehmen und auf einer ihrer Pflegestellen unterbringen könnte. Bekannt war, dass Mikesch nicht selbstständig Kot und Urin absetzen kann, massive Gang- und Koordinationsstörungen hat und Urin verliert. Außerdem liegt aktuell eine Blasenentzündung vor, und er hat chronischen Katzenschnupfen...     

Also eine riesige Baustelle, viele ungeklärte Fragen und die große Unsicherheit, ob wir diesem zauberhaften Senior helfen können. Trotz allem entschieden wir uns für die Aufnahme, damit Mikesch die Chance auf eine adäquate Diagnostik und Behandlung bekommt. Am 5.5. ging Mikesch auf die Reise. Von Worms Richtung Koblenz, von dort aus nach Kaarst (bei Düsseldorf). Am selben Abend stellten wir Mikesch tierärztlich vor, und am folgenden Tag ging es weiter. 

Was wir bis jetzt wissen: Er hat eine vergrößerte Blase, eine deutliche Atrophie (Muskelabbau) der Hinterhand, eine Anämie, eine Blasenentzündung, deutliche Katzenschnupfen-Symptome, fürchterliche Zähne, entzündetes Zahnfleisch und Koordinationsstörungen. Sein Bauch ist schmerzhaft, die Nieren- und Leberwerte sind aber okay und im Ultraschall gab es keinen Hinweis auf eine Nierenproblematik.

Aktuell laufen noch Untersuchungen auf FIV, FelV und Toxoplasmose, es wird ein geriatrisches Profil gemacht und der Urin wird noch im Labor untersucht. Außerdem wird Mikesch zeitnah bei einer Tier-Neurologin vorgestellt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass ein MRT gemacht werden muss. 

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11.05.2018:

Heute Morgen waren endlich die meisten Laborwerte da. Das Positive: FIV und FeLV sind negativ, ebenso der Corona-Titer. 
Allerdings liegt eine Anämie vor (könnte das Resultat der lange unbehandelten Infektion der Blase und der schlechten Zähne sein), und im Urin wurden Struvit-Kristalle entdeckt.

Mit diesen Ergebnissen sind wir heute in die Tierklinik gefahren, um Mikesch der dortigen Neurologin vorzustellen. Letztendlich bestätigte sie die deutlichen Koordinationsstörungen und die Atrophie der Hinterbeine. Trotz Metacam war die Untersuchung für Mikesch extrem schmerzhaft, und er hat sich - im Rahmen seiner Möglichkeiten - tüchtig gewehrt. Der hinzu gezogene Orthopäde stellte außerdem deutliche Schmerzen der Knie- und Hüftgelenke fest. Zwischenzeitlich mussten wir die Untersuchungen unterbrechen, da sich Mikesch schrecklich aufregte und durch seinen Schnupfen kaum noch Luft bekam.

Eine klare Diagnose haben wir leider immer noch nicht. 
Allerdings trudelte heute Abend ein neuer Befund ein: Bei Mikesch wurde ein erhöhter Toxoplasmose-Titer festgestellt. 
Morgen wird deswegen erneut Blut abgenommen, um einen PCR-Test durchzuführen. Zudem bekommt Mikesch ein stärkeres Schmerzmittel und wird zusätzlich mit Cortison behandelt. Das Antibiotikum bekommt er weiter.

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15.05.2018:

Gestern wurde Mikesch gebadet, da er das Katzenklo genutzt und (ein wenig) Urin und Kot abgesetzt hatte. Anschließend muss er hinein gefallen sein, sodass eine intensivere Reinigung unumgänglich war. Nun ja, Mikesch ist momentan sowieso nicht mehr so gut auf mich zu sprechen, denn ständig piekse ich ihn (Antibiotika, Schmerzmittel und Cortison) und drücke an ihm herum (Ausmassieren der Blase). Diese hat einen recht hohen Tonus, also der Widerstand beim Ausdrücken ist recht hoch. Dass Mikesch das unangenehm findet, ist nachvollziehbar.

Es ist feststellbar, dass keine komplette Lähmung von Blase und Darm vorliegt, denn bei Manipulation (z.B. Abwaschen des Pos) setzt er in hohem Bogen Urin ab. Leider reicht es nicht, um die Blase sicher und vollständig zu entleeren.

Seine Gehfähigkeit schwankt stark. Wenn Mikesch gelegen hat, zeigt er mitunter völlige Querschnitts-Symptome. Heute hat er insgesamt einen recht schlechten Tag, zeigt also starke neurologische Ausfälle.
Aber es gibt auch Situationen, in denen er etwas steifbeinig und schwankend unterwegs ist, aber recht flott.

Die Ergebnisse der Untersuchung auf Mycoplasmen und Toxoplasmose stehen noch aus. Wir erwarten sie für Mittwoch.

Ansonsten frisst der Süße wie ein Scheunendrescher, gurrt und schnurrt mich an (wenn ich ihn grad nicht ärgere bzw. geärgert habe).

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Mikesch ist einfach zum Knutschen, und wir hoffen sehr, dass wir etwas Behandelbares finden und ihm eine gute Lebensqualität sichern können. Er frisst gut, schmust und kommt auf Zuruf zu seinem Pflegefrauchen getaumelt. Drückt ihm bitte die Daumen und Pfoten. 

18.05.2018:

Mikesch schnurrt, schmust, er hat sich zum ersten Mal geputzt und sucht den Kontakt zu seiner Pflegefamilie. Insgesamt bewegt er sich deutlich flotter (das Einfangen zum Ausmassieren der Blase wird echt sportlich 😂😂😂), und er wirkt aktiver.

An einem Tag hatte er ganz alleine eine große Pfütze Urin abgesetzt, aber leider hat sich das noch nicht wiederholt.

Unsere Hoffnung, dass etwas gefunden wird, das recht einfach zu behandeln ist, wurde bisher enttäuscht. Toxoplasmose (PCR) und Mycoplasma haemopelis sind negativ,
Cand. Mycoplasma haeminutum ist positiv.

Zumindest das Cortison scheint gut anzuschlagen. Wir berichten weiter.

  • mikesch-18.05.18

 

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