Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, kam Moritz am 12.12.2018 in die Obhut der Maine Coon Hilfe e.V., nachdem sein Herrchen ins Pflegeheim musste. Sein Frauchen war im Sommer verstorben. Nachdem wir erfahren hatten, dass Moritz sein ganzes Leben (also bald 12 Jahre) in Einzelhaltung verbracht hatte, haben wir laut geseufzt und uns auf ein Tier eingestellt, das eine kätzische Kommunikation völlig verlernt hatte. Aber Moritz überraschte uns total – nachdem er die Quarantäne verlassen durfte. Schließlich hatte der hübsche Kerl eine wahre Flohkolonie mitgebracht.

Aber diesen Mitbringseln konnte schnell der Garaus gemacht werden. Und die ersten Begegnungen mit der vorhandenen Katzengruppe erfreuten Moritz sehr, wie er durch freudiges Gurren zeigte. Einfach klasse!

Und so aktualisierten wir zügig den Vermittlungstext. Parallel trudelten viele schöne Anfragen ein, die uns vor die Qual der Wahl stellten. Übrigens eine besonders schöne Erfahrung, dass sich so viele Menschen für einen schwarzen Senior interessierten.

Eine dieser Anfragen stach hervor, denn sie kam von einer Tierschutz-Aktiven, die gezielt nach einem Kumpel für ihren Kater suchte, der seinen besten (Kater-)Freund und seinen großen Halt verloren hatte. Also wurde gezielt Ausschau nach einem charakterlich passenden Seelentröster gesucht, denn der verwaiste Kater trauerte ohne Ende. Das Frauchen natürlich auch, das war deutlich zu spüren.

Solche Anfragen sind etwas ganz Besonderes und erzeugen ein wunderschönes, warmes Bauchgefühl. Rührung, Glück? Nennt es, wie ihr wollt.

Die angegebene Adresse für die Vorkontrolle war ein wenig ungewöhnlich: Ein Schloss oberhalb des schönen Rheins.

Nicht, dass ihr denkt, Moritz sei nun wirklich ein Schlossherr. Nein, er ist „nur“ ein direkter Schlossanlieger und residiert in einer Umgebung, die den Ausflug für die Vermittlung zu einem Highlight machte.

Sein Katzenkumpel (sehr schüchtern) blieb unsichtbar, aber die ersten Berichte ihres neuen Frauchens hören sich klasse an. Keine Flaschenbürste, kein lautes Fauchen. Und die Gittertür kommt nur bei einer etwas längeren (stundenweisen) Abwesenheit der menschlichen Untergebenen zum Einsatz. Und Moritz findet sein neues Frauchen klasse, der Charmeur.

Wir drücken alle Daumen und Pfötchen, dass unser ehemaliges Notfellchen noch ein laaaaaanges Leben in dieser liebevollen und katzenverrückten Umgebung führen darf.

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Update 10.03.2019: 

Wenn aus Glück ein Albtraum wird

Wir hatten ja berichtet, dass der wunderschöne Katzen-Senior Moritz im Januar ein tolles Zuhause gefunden hatte. Wir hatten uns darüber ja ganz besonders gefreut, da einfach alles stimmte: Katzenerfahrenes Frauchen, sozialer Kumpel, umfassende Vorsorge für ihre Tiere durch die Adoptantin, wunderschöne Umgebung mit der sicheren Möglichkeit zum Vögel beobachten.

Noch schöner war es, dass die beiden Kater (Moritz und sein neuer Kumpel) ganz schnell beste Freunde wurden. Es wurde gespielt, geschmust, gemeinsam gefressen ...

Und dann schlug das Schicksal zu. Moritz erbrach, war matt und zog sich zurück. Es wurde eine Pankreatitis diagnostiziert und der Kampf gegen diese schwere Erkrankung aufgenommen. Infusionen, Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit...

Sein Frauchen kämpfte um Moritz, und erst einmal schien es, als wären sie erfolgreich. Aber am Samstag kam der völlige Zusammenbruch, und Moritz musste in die Klinik. Dort wurde ein Lymphom diagnostiziert, das sich umfassend ausgebreitet hatte. Moritz hatte keine Chance und wurde eingeschläfert, während seine verzweifelte Adoptantin ihr ,Mörli‘ (so hieß er jetzt) in den Armen hielt.

Wir trauern um eine tolle Katzenpersönlichkeit und fühlen mit der Adoptantin.

Auch wir sind fassungslos und tief erschüttert.

Moritz, wir hätten dir von Herzen ein langes Katzenleben in deinem neuen Senioren-Zuhause gewünscht.

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