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Pflegekater Jack - keine Vermittlung mehr

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 Geb.-Datum: 07.10.2013
 Geschlecht: unkastrierter Kater
 Farbe: schwarz-weiß
 Kennzeichnung: Chip
 Wesen: nett, lieb, verschmust, entspannt
 Gesundheit: Restriktive Cardiomyopathie im Endstadium, grottenschlechte Zähne, Rolllider

 

Manche Katzen haben mehrfach Pech :-(

Als "Hit The Road Jack" (geb. 07.10.2013) mit seinen Geschwistern noch im Bauch seiner Mama war, verlor er durch den Suizid seiner Züchterin das erste mal sein Zuhause. Er erblickte dann bei einer anderen Züchterin auf Mallorca das Licht der Welt, bei der seine Mama als Pflegekatze aufgenommen wurde. Jack und seine Mama blieben dann als Zuchtkatze und Deckkater dort. Seine Geschwister wurden verkauft.

Knapp neun Jahre später:
Im April 2022 verstarb auch diese Züchterin unerwartet und Jack wurde wieder verkauft. Diesmal an eine Liebhaberin, die ihm gerne noch ein paar Jahre ein schönes Leben bieten wollte. So flog Jack von Mallorca nach Deutschland und wurde liebevoll in Empfang genommen. Der Liebhaberin wurde im Vorfeld gesagt, dass Jacks Augen ein bisschen entzündet sind. Aber das lässt sich ja gut behandeln. Und kastriert müsse er noch werden.

Als er im neuen Zuhause aus der Box kam, kamen ihr die Tränen. Jacks Augen tränten heftig und waren geschwollen, das Mäulchen war ebenfalls dick geschwollen und er sabberte, war dünn und zottelig.
Gleich am Montag ging seine neue Menschin mit ihm zum Tierarzt. Rolllider, Zahnstatus grauenhaft (alle Zähne müssten raus) und ein Atemwegsinfekt. Er wurde mit Schmerzmittel und Antibiotika versorgt und wenn er ein bisschen aufgepäppelt wäre, müsste man die Zähne und die Augen operieren und die Kastration nachholen. Aber davor sollte Jack noch einem Kardiologen vorgestellt werden, weil da "irgendwas nicht ganz ok wäre".

Am Samstag drauf massive Atemnot, blaue Schleimhäute, Klinik, Notfall, Sauerstoffbox.
Er konnte mit Kortison und Entwässerung stabilisiert werden, musste aber über Nacht in der Klinik bleiben. Am Sonntag (27.08.2022) wurde er dann kardiologisch untersucht und geschallt. Befund: Hochgradige HCM, Wassereinlagerungen, Prognose sehr vorsichtig bis ungünstig. Wenn er gut auf die Medikamente reagiert, dann hat er vielleicht noch ein paar schöne Wochen. Mit viel Glück ein paar Monate. Mit ganz viel Glück maximal ein Jahr, meinte die Kardiologin. Um die richtige Dosierung der Medikamente herauszufinden, benötigte es mehrfache Kontrollen mit Herzultraschall.

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Schon zu dem Zeitpunkt lagen die Behandlungskosten im vierstelligen Bereich und es war kein Ende in Sicht. Zu den Untersuchungen kamen ja noch die Medikamente dazu. Operationen würde er nicht überstehen. So braucht er noch dauerhaft Schmerzmittel und Augensalbe dazu. Um ihm den Streß der Potenz zu nehmen, musste ihm ein Suprelorin Chip gesetzt werden.

Mit all den Kosten hat Jacks neue Menschin nicht gerechnet und kam an ihre Grenzen. Auch die emotional äußerst belastende Situation und die verlässlich pünktliche Medikamentengabe, wenn sie zur fraglichen Zeit nicht Zuhause ist, waren kaum zu stemmen. Mit bleischwerem Herzen, vielen Tränen und einem schlechten Gewissen hat sie sich dazu entschlossen, ihn in unsere Obhut zu geben, um die bestmögliche Versorgung bis an sein Lebensende zu gewährleisten. So zog Jack am 26.09.2022 zu Petra Büttner und hat sich ganz schnell in ihr Herz geschnurrt.

Update 27.09.2022:

Der Kontrollschall und das erneute Röntgen am 27.09.2022 ergab keine großen Änderungen, es schien, als wäre die Lunge minimal etwas mehr belüftet. Es wurden Medikamente umgestellt und er wird weiterhin engmaschig kontrolliert.
Wir hoffen, dass er noch eine schöne Zeit bei Petra verbringen darf. Egal wie lange, wir werden alles versuchen, dass es eine tolle Zeit für ihn wird. Aber wenn wir merken, dass er kein lebenswertes Leben mehr hat, darf er in Liebe gehen.

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Update 30.09.2022:

Schon am Abend des 29.09. wirkte Jack recht lethargisch, er wollte nicht recht fressen (und er hat eigentlich IMMER Hunger), hatte eine sehr hohe Atemfrequenz. Am morgen sah er nicht wirklich besser aus, er atmete schwer durchs Mäulchen, Zunge und Maulschleimhaut waren leicht bläulich. Also hat Petra ihn eingepackt und in die Praxis gefahren. Er wurde sofort ins Sauerstoffzelt gelegt, wo er auch blieb bis zur Untersuchung. Auf dem Röntgenbild sah man, dass Thorax und Abdomen noch mehr mit Flüssigkeit gefüllt waren als 3 Tage vorher. Weil die Praxis mit Terminen voll war bis unters Dach (so wie alle TA-Praxen im Moment) haben die Ärzte ihre Mittagspause geopfert und dem armen Jack 560ml (!) Flüssigkeit aus dem Thorax punktiert (siehe unten die vorher-nachher-Bilder).

Alle Menschen waren begeistert von diesem lieben und völlig entspannten Kater, der problemlos alles über sich ergehen liess und dabei auch noch wohlig schnurrte und mit den Menschen köpfelte.

Es wurde nochmals an den Medikamenten geschraubt und wir hoffen sehr, dass diesem wahnsinnig lieben Kater noch ein paar schöne Tage/Wochen/Monate? vergönnt sind. Wieder zuhause hat Jack als erstes lautstark reklamiert, dass sein Napf leer war. Dann war er kurz auf dem Klo und hat noch einen Napf voll Futter vertilgt und nach einer ausgiebigen Kuschelrunde hat er dann geschlafen wie ein Baby.

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Update 09.10.2022:

Am 07.10.2022 fand nun endlich die Untersuchung mit Herz-Ultraschall bei unserem (zertifizierten) Kardiologen statt. Der Zustand seines Herzchens zeigt die typischen Symptome einer Restriktiven Kardiomyopathie (RCM). Beide Vorhöfe sind massiv vergrößert, der Herzmuskel ist versteift, er hat Herzrhythmusstörungen, einen Thoraxerguss und Wassereinlagerungen im Bauchraum. Warum eine RCM entsteht, wissen auch die Kardiologen nicht genau. Sie kann sich aus einer HCM entwickeln oder aus einer zurückliegenden Entzündung. Auf jeden Fall ist es eine der fiesesten Herzerkrankungen, weil sie sich langsam einschleicht und dann gnadenlos zuschlägt.

Dementsprechend ungünstig ist die Prognose. Vieles hängt davon ab, wie Jack auf die Medikamente anspricht, wie regelmäßig die Medikamentengabe erfolgt, aber auch wie schnell sein Thorax wieder vollläuft. Daher auch dieses Mal wieder ein Kontrollröntgen.

Die Medikamente wurden optimiert und er bekommt nun 2x täglich 4 verschiedene Medikamente plus Schmerzmittel und Antibiotika wegen der ultraschlechten Zähne. Mehrmals täglich werden wir seine Atem- und Herzfrequenz messen.

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Update 22.11.2022:

Am letzten Freitag (18.11.2022) waren wir zum Kontrolltermin beim Kardiologen unseres Vertrauens. Er war zufrieden mit Jacks jetzigem Zustand und wir konnten auf ein Kontrollröntgen verzichten. Im Moment scheint er recht stabil zu sein, die Atemfrequenz liegt im Normalbereich zwischen 20 und 30. Zum Glück verträgt er die vielen Medikamente gut und die Blutwerte waren alle in Ordnung. Und er ist so ein großer Schatz, der seine Medis brav nimmt und meist wie Leckerlis aus der Hand frisst. 

Was uns im Moment etwas Sorgen macht (außer dem katastrophalen Herzzustand) ist seine "Fellrupferei". Er putzt und kratzt sich stellenweise das Fell so aus, dass er schon einige kahle Stellen hat. Es steht die Vermutung einer Allergie im Raum und da wir die Medikamente leider nicht umstellen können, fangen wir jetzt mal mit einer Ausschlußdiät an. Lamm mit Reis oder Kaninchen hat er dankend abgelehnt, Ziege (Leckaland, Ziege pur) findet er (noch) ganz lecker. Wir werden sehen.

Und natürlich hilft er auch immer beim Medikamente bereit machen...

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Vielleicht soll Jack ja auch so etwas wie ein Mahnmal für euch und uns alle sein. Er war als Zuchtkater sehr fleißig und einige seine Kinder landeten wieder bei Züchtern. Wäre die Züchterin, bei der er lebte, regelmäßig mit ihm zum Herzultraschall gegangen, so wie das jeder gewissenhafte Züchter machen sollte, dann wären wahrscheinlich viele traurige Schicksale von einigen seiner Kinder und deren Besitzern verhindert worden. Auch Jack hätte noch besser geholfen werden können, wenn seine HCM nicht erst im Endstadium erkannt worden wäre.

Wenn ihr beim Züchter ein Kitten kauft, achtet bitte darauf, dass dieser regelmäßig seine Zuchtkatzen beim Kardiologen schallen lässt und lasst euch die Untersuchungsbefunde zeigen. Züchter, die Wert auf die Gesundheit ihrer Katzen legen sind da keinesfalls pikiert, sondern freuen sich, wenn Liebhaber Interesse zeigen und Wert auf Zuchtuntersuchungen wie HCM, HD und PKD legen. Je mehr Liebhaber nur bei Züchtern kaufen die diese Untersuchungen machen lassen, desto mehr Züchter werden sie ebenfalls machen, weil sie sonst kaum noch Kitten verkaufen können.

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