Wissenswertes:

- Die Rasse der Maine Coon
- Toxoplasmose - Katzen und Schwangerschaft
- FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) / Coronaviren
- HD (Hüftgelenksdysplasie)
- HCM (Feline Hypertrophische Kardiomyopathie)
- Die PKD (Polycystic Kidney Disease)
- Erfahrungsbericht zum “Kippfenstersyndrom”
- Die Geschichte von Lily, dem Kater mit der Gaumenspalte
- Die Geschichte von Jay, der Katze, die aus schlechter Haltung kam
- Die Geschichte von Calimero, dem Kater mit der Patella Luxation
- Die Geschichte von Hook, dem Kater mit dem (fast) zugewachsenem Auge
- Frühkastration (pdf)
- Zahnfleischentzündung
- Durchfall, weicher Kot - was tun? Tipps und Erfahrungswerte (pdf)

Die Maine Coon

Sicher ist, daß die ersten Katzen per Schiff nach Amerika kamen. Es könnten die Wikinger gewesen sein, die (absichtlich oder nicht) bei ihren Landungen an der amerikanischen Ostküste einige ihrer Schiffskatzen zurückließen. Die Maine Coon zeigt auf den ersten Blick äußerlich Ähnlichkeiten mit der in Skandinavien entstandenen Norwegischen Waldkatzen.

Es könnten aber auch unbekannte Pioniersiedler, die mit Sicherheit Schiffskatzen als Rattenbekämpfer für die Überfahrt dabei hatten, diese Katzen mit an Land genommen haben.

Nicht widerlegbar, aber auch nicht zu beweisen, ist die Geschichte von Captain Samuel Clough, der gegen Ende der Französischen Revolution die königliche Familie und deren Besitztümer “retten” sollte oder wollte und außer Schmuck und Mobiliar vielleicht auch die geliebten Langhaarkatzen der Marie Antoinette außer Landes und dann nach Amerika geschmuggelt hat.

Niemand weiß, ob die ersten Katzen in Maine kurz- oder langhaarig waren, ob sie gezielt auf ihre imposante Größe und das schützende Fell hin gezüchtet wurden oder ob das raue Maine-Klima und die Notwendigkeit, sich gegen die überaus kräftigen Ratten durchzusetzen, diese Entwicklung bewirkt haben.

Als gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts die Katzenshows in Mode kamen und dort auch die Katzen aus Maine ausgestellt wurden, entsprachen diese Tiere im großen und ganzen unseren heutigen Maine-Coon-Katzen: Sie waren imponierend groß, hatten einen üppigen Halskragen, einen vollen und buschigen Schwanz, sowie dichte Haarbüschel in den Ohren.

Gegen das spektakulär exotische Aussehen der Perser- und Siamkatzen hatten die Rattenfänger aus Maine allerdings keine Chance. Ihre Zucht blieb auf das Gebiet Neuenglands beschränkt. Erst ein halbes Jahrhundert später formierte sich eine Maine-Coon-Lobby mit dem Ziel, diese Rasse auch im restlichen Amerika bekannt zu machen: mit Erfolg! Größe, Fellstruktur, der wilde Look und der Charakter erregten Aufmerksamkeit, in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts blühten Zucht und Ausstellungen mit Maine Coons. 10 Jahre später hatte die Rasse sich weltweit durchgesetzt, wurde von allen Verbänden als eigenständige amerikanische Rasse anerkannt, die sich auf natürliche Weise - also ohne Zutun des Menschen - entwickelt hatte, und war regelmäßiger Gast auch auf europäischen Ausstellungen. Heute gilt sie als beliebteste unter den Halblanghaarkatzen.

Das Aussehen

Kopf:

Der Kopfumriß ist kantig. Die hohen Wangenknochen sind hervorgehoben, ein deutlicher Übergang zwischen ihnen und der kantig geformten Schnauze ist fühlbar. Das feste Kinn bildet mit Oberlippe und Nase eine senkrechte Linie.

Die großen, am Ansatz breiten Ohren laufen mäßig spitz zu, sie sind - hoch am Kopf stehend - ganz leicht nach aussen geneigt. Die Haarbüschel in den Ohren ragen über den Muschelrand hinaus Besonders schöne Tiere tragen Luchspinsel auf den Ohrspitzen.

Die großen, weit auseinander stehenden Augen sitzen leicht schräg in Richtung Ohransatz, sie wirken rund, wenn sie weit offen sind, können leicht oval, dürfen aber nie mandelförmig sein. Unabhängig von der Fellfarbe sind alle Augenfarben möglich.

Körper:

Der großformatige Körper mit dem breiten Brustkorb und dem starken Knochenbau wirkt rechteckig und kraftvoll, vor allem Kater weisen einen sehr muskulösen Nacken auf.

Beine:

Die mittellangen Beine stehen auf großen, runden Pfoten, die dichte Haarbüschel zwischen den Zehen haben.

Schwanz:

Er ist mindestens so lang wie der Körper zwischen Schulterblatt und Schwanzansatz. An der Wurzel ist er breit und läuft zum Ende hin allmählich spitz zu. Auffallend ist das lange, volle, wehende Schwanzhaar.

Fell:

Die weiche, feine Unterwolle und das grobe, glatte Deckhaar bilden das dichte Allwetterfell, das an Kopf, Schultern und Beinen kurz ist, entlang des Rückens und an den Seiten nach hinten zu aber immer länger wird. An den Hinterbeinen wächst es zu langen, vollen, strähnigen Pluderhosen, am Bauch zeigt es ebenfalls strähnige Länge. Die Halskrause prägt das Gesamtbild. Das Maine-Coon-Fell hat seidige Textur, das heißt, es glänzt seidig und fällt glatt.

Fellfarben:

Maine Coons werden heute in 190 (!) verschiedenen Farbschlägen gezüchtet. Für den Nichtzüchter, den Maine-Coon-Freund, bedeutet das: Jede Farbe, jede Farbkombination ist erlaubt - mit wenigen Ausnahmen. Die Farben der Maskenkatzen (Rassen, die helles Fell und dunkle Abzeichen an Schwanz, Beinen, Ohren und im Gesicht haben), der Burmakatzen sowie vier Farben mit dem sogenannten Verdünnungsfaktor (Cinnamon, Lilac, Fawn, Chocolate) kommen nicht vor.

Nach wie vor am beliebtesten sind die Coonies im “Farmerlook”: gestromt oder getigert.

(aus “Halblanghaarkatzen” von Ursula Birr)

nachoben02

Katzen und Schwangerschaft - Toxoplasmose

Oft werden schwangere Frauen oder solche, die es werden sollen gewarnt, wegen der Gefahr einer Toxoplasmoseinfektion während der Schwangerschaft nicht mit Katzen in Berührung zu kommen.

Müssen Sie sich jetzt von Ihrer Katze trennen, weil Sie ein Kind erwarten ?

Nein.

Die Furcht vor Toxoplasmose ist oft übertrieben.

In den meisten Fällen hat die Mutter bereits eine Infektion durchgemacht und ist immun gegen den Erreger.

Zwar ist Toxoplasma Gondii (so heißt dieser Erreger) einer der wenigen Keime, der die Plazentaschranke überwinden und das ungeborene Kind noch im Mutterleib infizieren kann.

Es ist auch richtig, daß dieser Einzeller seinen kompletten Lebenszyklus nur in Katzen vollenden kann.

Das heißt allerdings bei weitem nicht, daß die Katze der einzige Überträger wäre. Ganz im Gegenteil. Am häufigsten wird Toxoplasmose durch rohes Schweinefleisch, z.B. in Mettbrötchen, übertragen.
Überhaupt können sich die Keime zu Sporen verkapseln, die sehr widerstandsfähig und weit verbreitet sind.

Die gute Nachricht für Sie und Ihre Katze ist, daß das ungeborene Kind nur dann Gefahr läuft, infiziert zu werden, wenn die Mutter während der Schwangerschaft zum ersten Mal Kontakt mit Toxoplasma Gondii hat.

Das ist bei uns wegen der Häufigkeit dieses Erregers seltener der Fall.

Eine Infektion wird oft nicht bemerkt, sie läuft - bei Katze und Mensch - im schlimmsten Fall wie eine Grippe ab.

Ob man eine Katze hat oder nicht, am besten sollte schon vor der Schwangerschaft durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, ob im Blut der Mutter bereits Antikörper gegen Toxoplasma vorhanden sind.
Wenn das der Fall ist, so besteht, wenn die Mutter gesund ist, keine Gefahr für Mutter und Kind.

Vorsichtshalber sollte in dieser Zeit jemand anderes das Katzenklo säubern, aber das wäre doch einmal eine willkommene Abwechslung, oder ?

Auch das Blut Ihrer Katze kann auf Antikörper untersucht werden: Ein sehr hoher Titer würde, wie beim Menschen, auf eine akute Ansteckung hinweisen, ein mäßig hoher Titer auf eine vorausgegangene Ansteckung. In dieses Fall bestünde keine Gefahr, daß die Katze sich erneut anstecken und Erreger ausscheiden könnte.

Ein negativer Antikörpertiter gegen Toxoplasmose bedeutet sowohl für die Mutter als auch für die Katze, daß noch kein Kontakt bestanden hat und eine Infektion jederzeit erfolgen kann.

In diesem Fall sollte die Mutter tatsächlich den Kontakt mit allen möglichen Ansteckungsquellen vermeiden, und während der Schwangerschaft evtl. den Antikörpertiter kontrollieren lassen, um im Fall einer Ansteckung eine Behandlung einleiten zu können.

Hier wäre es tatsächlich anzuraten, die Katze während der Schwangerschaft woanders unterzubringen.

Aber auch Vorsicht vor rohem oder ungenügend gekochtem Schweinefleisch sowie rohen Eiern walten zu lassen, denn hier ist die Ansteckungsgefahr mindestens genau so hoch !

Wir möchten hier nicht verharmlosen, daß eine Infektion mit Toxoplasma Gondii beim ungeborenen Kind zu Schäden führen kann, dies ist jedoch tatsächlich nur in einer Minderzahl der Fälle zu befürchten.

Statistisch gesehen ist die Gefahr, daß Ihre Katze wegen einer unbegründeten, aber verständlichen Furcht vor Schäden völlig grundlos abgegeben wird, aber viel höher !

Und es wäre so einfach, durch einen Bluttest Klarheit zu schaffen !
 

nachoben02

Coronaviren und FIP

Oft werden bei einer Gesundheitskontrolle oder zur Abklärung einer Erkrankung bei einer Katze Blutuntersuchungen und Antikörpersuchtests durchgeführt. Dabei fällt manchmal auch ein erhöhter Antikörper gegen Coronaviren auf.
Leider hält sich bei Katzenhaltern und Tierärzten immer noch hartnäckig das Vorurteil, daß eine Katze mit
erhöhtem Antikörpertiter gegen Coronaviren an FIP erkrankt ist und unweigerlich sterben muß.

Das ist falsch! Schon viel zu viele gesunde Katzen sind wegen dieses Vorurteils unnötigerweise eingeschläfert worden.

Was sind Coronaviren ?

Coronaviren sind bei Katzen weit verbreitet. Die Viren dringen über die Mund- und Nasenschleimhäute ein, vermehren sich dort und in der Darmschleimhaut und führen so zu Durchfallerkrankungen, manchmal auch zu Schnupfensymptomen.
FIP (feline infektiöse Peritonitis) ist eine gefürchtete Komplikation einer Coronavireninfektion, die jedoch nur bei einem geringen Prozentsatz der mit Coronaviren infizierten Katzen auftritt. Es gibt also ohne Coronavireninfektion kein FIP, aber bei weitem nicht jede Coronavireninfektion führt zu FIP.

Was passiert mit einer Katze, die Kontakt mit Coronaviren hatte?

Während der Erkrankung scheidet die Katze Coronaviren mit dem Kot aus. Manche Katzen können die Viren nicht vollständig eliminieren und scheiden sie weiter aus, ohne selbst krank zu sein.
In jedem Fall bildet die Katze während der Infektion Antikörper gegen die Coronaviren, die man im Blut nachweisen kann. Die Antikörper schützen allerdings nicht vor einer erneuten Infektion.

Gibt es einen FIP-Test ?

Nein.
Unglücklicherweise wird der Antikörpersuchtest von vielen Labors immer noch FIP-Test genannt, dabei handelt es sich lediglich um einen Test, mit dem man Antikörper gegen Coronaviren feststellen kann. Je höher der sogenannte Antikörpertiter ist, desto mehr Antikörper hat die Katze im Blut. Ein hoher Titer besagt, daß die Katze vor kurzem Kontakt mit Coronaviren hatte; je niedriger der Titer ist, desto länger liegt die Infektion zurück.
Ein negativer Titer besagt, daß die Katze entweder noch niemals mit Coronaviren in Kontakt gekommen ist, oder daß das schon sehr lange her gewesen ist. Ein hoher Coronaviren-Antikörpertiter kommt bei FIP und einer harmlosen Coronavireninfektion gleichermaßen vor. Er ist kein Beweis dafür, daß die Katze an FIP erkrankt ist !

Wie entsteht FIP ?

Coronaviren mutieren relativ leicht, das heißt, sie verändern ihr Erbgut, wenn sie sich vermehren. Wenn diese Veränderung dazu führt, daß die Viren nicht mehr nur die Zellen der Darmschleimhaut befallen, sondern durch die Darmwand in das Blut gelangen können, kommt es zur felinen infektiösen Peritonitis. Die Viren befallen Makrophagen, Freßzellen im Blut, und vermehren sich dort.
Außerdem setzten sie eine Kettenreaktion in Gang, die dazu führt, daß sich das Immunystem gegen den eigenen Körper wendet. Diese Reaktion ist unumkehrbar. Zunächst ist der Antkörpertiter, wie bei einer Coronavireninfektion, hoch, er sinkt jedoch im Verlauf der Erkrankung ab und kann am Ende sogar negativ sein.
Eine FIP-kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, FIP selbst ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch recht große Mengen gewöhnlicher Coronaviren aus.

Wie wird FIP diagnostiziert ?

FIP ist sehr schwer zu diagnostizieren. Der Coronavirentiter kann positiv oder auch negativ sein, ein hoher Titer ist kein Beweis dafür, daß es sich wirklich um FIP handelt.
Bei Verdacht auf FIP kann eine Untersuchung der Bluteiweiße, eine Untersuchung eines evtl. vorliegenden Ergusses und die Summe der klinischen Veränderungen weiterhelfen.Es gibt keine typische Veränderung bei FIP, die Diagnose stützt sich eher auf das Zusammenkommen mehrerer Symptome.
FIP kann nur anhand gründlicher Untersuchungen und auch durch die Beobachtung des Krankheitsverlaufes sicher diagnostiziert werden.

Kann ich meine Katze davor schützen, FIP zu bekommen ?

Wenn eine Katze niemals Kontakt mit Coronaviren hat, wird sie niemals FIP bekommen. Solche Katzen kann man auch impfen, wobei der Nutzen der Impfung umstritten ist. Katzen mit positivem Coronavirentiter darf man nicht impfen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Coronaviren im Körper der Katze zu FIP-Viren mutieren, ist um so höher, je mehr sich die Viren vermehren. Wie es dazu kommt, ist nicht genau bekannt.
Man weiß jedoch, daß Streß, eine hohe Katzendichte und häufige Neuinfektionen das Risiko erhöhen. Katzen in Tierheimen oder auch bei Züchtern habe also ein höheres Risiko als solche, die alleine oder zu wenigen in einem Haushalt leben. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn eine Katze neu in einen Haushalt kommt. Ob die Katze nun bereits Kontakt mit Coronaviren hatte, oder sich bei der alteingesessenen Katze infiziert, ihr Immunsystem ist durch den Umstellungsstreß geschwächt, die Viren können sich leichter vermehren und evtl. zu FIP-Viren mutieren.
Da Coronaviren vor allem über den Kot übrtragen werden, ist ein häufiges Säubern der Katzentoiletten eine gute Vorbeugemaßnahme.

Sind meine anderen Katzen gefährdet, wenn ein Tier an FIP erkrankt ?

Nicht direkt. Die kranke Katze scheidet keine mutierten Coronaviren aus, das FIP-Virus selbst ist also nicht ansteckend. Sie scheidet jedoch am Anfang der Erkrankung sehr viele Coronaviren aus, an denen sich die anderen Katzen infizieren könnten. Und je mehr Viren, desto höher die Gefahr einer Mutation bzw. von FIP. Außerdem bedeutet eine kranke Katze Unruhe und Streß für die anderen.
Es ist also sinnvoll, die kranke Katze von den anderen zu trennen. Aus demselben Grund wird empfohlen, einige Wochen zu warten, bevor man eine neue Katze in einen Haushalt holt, in dem eine Katze an FIP gestorben ist.

Gibt es eine Möglichkeit, FIP zu heilen ?

Leider gibt es bei FIP keine Heilung. Man kann allenfalls versuchen, den Verlauf etwas aufzuhalten.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier:

http://bibd.uni-giessen.de/ghtm/2002/uni/d020045a.htm
http://bibd.uni-giessen.de/gdoc/2002/uni/d020045.pdf

Weitere Infos und FAQs zu Fip als PDF gibt es hier.
 

nachoben02

Hüftgelenksdysplasie - HD

Jeder Tierfreund hat schon von Hüftgelenksdysplasie, kurz HD genannt, bei Hunden gehört. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass es diese auch bei Katzen gibt.

Idealerweise liegt der Hüftkopf exakt in der Hüftpfanne, so dass beides praktisch eine Einheit bildet. Bei einer HD liegt der Hüftkopf nicht exakt in der Hüftpfanne, weil sie nicht optimal ausgebildet ist oder sich zuviel Knorpelgewebe darin befindet.  Da Katzen aber im Gegensatz zu Hunden eine etwas anders gebaute Hüfte und ein leichteres Gewicht zu tragen haben, als die meistens betroffenen großen Hunde, bleiben sie in der Regel symptomfrei und haben keine Beschwerden.

Obgleich HD in allen Rassen und auch bei Hauskatzen vorkommt, findet man relativ selten eine Katze, die unter der Krankheit leidet, also Symptome dieser Krankheit zeigt. Immer mehr Züchter möchten, dass es auch so bleibt. Deshalb gehen auch immer mehr Züchter dazu über, die Hüften ihrer Katzen röntgen und von erfahrenen Tierärzten beurteilen zu lassen. Katzen mit "schlechten" Hüften werden dann nicht oder nur sehr sparsam zur Zucht eingesetzt.

Der Erbgang der Hüftdysplasie ist polygenetisch. Das bedeutet, dass es eine Mehrzahl an "ungeeigneten" Genen braucht, um "ungeeignete" Hüften zu entwickeln. Durch die Vermeidung von Katzen mit "ungeeigneten" Hüften vermindert man das Vorkommen dieser unerwünschten Gene.  Bei versehentlich häufiger Verwendung (durch „nicht röntgen“) riskiert man eine Anhäufung dieser unerwünschten Gene im Genpool der einzelnen Rassen und vermehrt damit das Auftreten symptomatischer HD, also Katzen, die unter ihren schlechten Hüften leiden.

Die Maine Coon ist nicht wie fälschlicherweise behauptet wird, besonders anfällig, es ist nur zur Zeit im Vergleich zu anderen Rassen  eine höhere Bereitschaft der Vorsorge bei  Maine Coon Züchtern zu beobachten.
 

nachoben02

H C M (Feline Hypertrophische Kardiomyopathie)
 

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die am meisten verbreitete Herzerkrankung bei Katzen. Heimtückisch entwickelt sie sich und schreitet langsam fort und erste Zeichen sind meist unmerklich oder überhaupt nicht vorhanden. Eine Katze, die immer gesund erschien kann plötzlich sehr schnell sehr krank werden oder sogar unerwartet sterben.

Die hypertrophe Kardiomyopathie ist eine Herzmuskelerkrankung, bei welcher sich die Muskelwände der linken Herzkammer abnormal verdicken. Strukturen des Herzinneren, wie die Papillarmuskeln, verdicken sich ebenfalls. HCM wird diagnostiziert, wenn es abgeklärt ist, dass die Verdickung des Herzmuskels nicht durch eine andere Krankheit - wie z.B. Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), Bluthochdruck oder eine andere der verschiedenen eher seltenen Erkrankungen – verursacht wurde.

HCM tritt in Katzen in nahezu jeder Alterstufe auf. In einigen Rassen konnte eine familiäre Häufung der Fälle beobachtet werden, und hier wurde in den meisten Fällen bereits HCM diagnostiziert, wenn die Tiere noch nicht einmal 5 Jahre alt waren. Obwohl bei Katzen eine spezifisch genetische Mutation bisher noch nicht gefunden werden konnte, deutet das Vererbungsmuster in den Katzenfamilien, wie beim Menschen, auf ein autosomal dominantes Gen hin.

Bis jetzt wurden keine viralen oder diätetischen Ursachen für HCM identifiziert, weder beim Menschen noch bei Katzen.

Wenn sich HCM entwickelt und fortschreitet verändert sich die Struktur des Herzens und beeinflusst seine Funktion in verschiedener Weise. Während das bekannteste Zeichen für HCM die verdickte Wand der linken Herzkammer ist, kann die frühe HCM ebenso durch vergrößerte Papillarmuskeln charakterisiert werden, sowie einem Effekt, den man SAM (engl. systolic anterior motion) nennt und eine hörbare und messbare zusätzliche Bewegung der Mitral-Herzklappe bezeichnet. Diese abnormale Bewegung der Mitralklappe kann teilweise den Blutfluss von der linken Herzkammer zur Aorta behindern. Die abnormale Stellung der Klappe ermöglicht es auch, dass Blut zurück fließt oder teilweise im linken Vorhof verbleibt. Dieser Fehler in der exakten Stellung der Herzklappe verursacht ein hörbares Geräusch beim Zusammenziehen des Herzmuskels (Systole), das bei Erregung lauter werden kann und leiser, wenn sich die Katze entspannt.

Bei HCM wird die verdickte linke Herzwand langsam steif und verhindert so, dass die Herzkammer erschlaffen und sich mit normalem Druck neuerlich mit Blut aus dem linken Vorhof füllen kann. Mit dem steigenden Druck in der Herzkammer steigt auch der Druck im linken Vorhof, der sich nun auch langsam vergrößert. Der gestiegene Druck beeinflusst nun auch die Kapillaren in der Lunge und dem Gewebe des Brustkorbes, indem er Flüssigkeit aus diesen Kapillaren in die Lunge presst und Ödeme verursacht, und in die Brusthöhle, wo sich ein Erguss bilden kann. Man nennt diese Abnormalitäten Kongestive Herzfehler. Sie erschweren der Katze das Atmen.

Der Blutfluss im linken Vorhof verlangsamt sich, Blutgerinnsel bilden sich in dieser Herzkammer. Reißt sich so ein Blutgerinnsel los, wird es vom Blutstrom in das Kreislaufsystem geschwemmt, wo es sich dann an einer Engstelle festsetzt und den Blutfluss in die dahinter liegenden Körpergegenden blockiert. Ein klassisches Beispiel ist die Lähmung der Hinterbeine, welche eintritt, wenn ein Gerinnsel sich an jener Stelle festsetzt, wo sich die Aorta aufteilt, um jedes Bein mit Blut zu versorgen. Es wird üblicherweise als Sattelthrombose bezeichnet.

Äußerliche Zeichen der HCM gehen von einer kaum bemerkbaren Erhöhung der Atemzüge bis zu markanten Zeichen von Atmungsschwierigkeiten, Sattelthrombose oder dem plötzlichen Tod einer eben noch ganz gesund erscheinenden Katze. Erste Anzeichen können so unscheinbar sein, dass sie nicht einmal ein besonders aufmerksamer Katzenbesitzer bemerkt. Viele Katzen mit HCM entwickeln ein Herzgeräusch, einen Gallopprythmus oder einen erhöhten Herzschlag, die der Tierarzt vielleicht anlässlich einer Routineuntersuchung zufällig entdeckt. Ein Echokardiogramm (Herzultraschall) mit Color flow Doppler Imaging, einer speziellen Ultraschalluntersuchung, ist die eindeutig beste Methode, um HCM zu diagnostizieren. Während Elektrokardiogramm (EKG) und Röntgen den Tierarzt mit zusätzlichen nützlichen Informationen versorgen können, sind sie nicht geeignet, um eine adäquate Diagnose zu stellen. HCM kann auch mittels Nekropsie (die veterinäre Autopsie) festgestellt werden, der Kliniker muss verschiedene Faktoren, wie die Stärke der linken Herzkammerwand, das Gewicht des Herzens und die Größe des linken Vorhofes in Betracht ziehen. Oftmals zieht sich das Herz im Augenblick des Todes noch zusammen und lässt die Herzkammerwand verdickt erscheinen. Daher kann eine Verdickung der Herzkammerwand allein noch nicht für die Diagnose HCM herangezogen werden. Das Gewicht eines normalen Katzenherzens sollte weniger als 20 Gramm betragen.

Derzeit gibt es leider noch keine Heilung von HCM. Der Tierarzt verschreibt ein oder mehrere Medikamente, um die Symptome des Herzfehlers zu mildern und die Herzfunktionen so gut als es geht zu unterstützen. Die Behandlungen und verordneten Medikamente unterscheiden sich je nach den klinischen Symptomen der Katze und den funktionellen Störungen. Die üblichen Medikamente für Katzen mit HCM sind Calcium Blocker und Beta Blocker, ob sie nun schon unter dem Herzversagen leiden oder bevor es noch dazu kommt. Beta Blocker wirken sich auf die Verminderung von SAM (die fehlgelenkte Bewegung der Mitralklappe) aus. Katzen, deren Herz bereits versagt, brauchen entwässernde und Herzunterstützende (ACE = angiotensin converting enzyme) Medikamente. Sollte sich Flüssigkeit im Brustraum angesammelt haben, ist eine Entwässerung vonnöten. Aspirin oder andere Agenten können zur Vermeidung von Blutgerinnseln gegeben werden. Eine Katze die an Atemnot leidet, ein akutes Herzversagen oder eine Beinlähmung hat, gehört unverzüglich unter tierärztliche Aufsicht. Es gibt nichts, was Sie zu Hause tun können, um Ihrer Katze in so einem Fall zu helfen.

Wenn Sie Fragen über die Behandlung Ihrer Katze haben, so besprechen Sie das bitte mit Ihrem Tierarzt. Versuchen Sie nie Ihrer Katze Medikamente ohne tierärztlichen Rat und Aufsicht zu geben!

Es ist schwer, den Verlauf von HCM vorauszusagen, die Krankheit kann sehr schnell voranschreiten oder sie kann sich auf einen längeren Zeitraum stabilisieren. Das Gute ist, dass eine Katze mit milder bis moderater HCM einige Jahre ein ziemlich normales Leben haben kann. Die schlechte Seite ist, dass die Langzeitprognose für eine Katze mit schwerem Herzfehler oder einer Sattelthrombose leider sehr düster ist, trotz allerbester Bemühungen.
 

nachoben02

P K D (Polycystic Kidney Disease)

Übersicht:

Das polyzystische Syndrom ist eine Erbkrankheit der Katzen. 1998 ist diese Erbkrankheit der Katzen in Diskussion geraten, die für ganz erheblichen Wirbel unter den Katzenzüchtern und Katzenhaltern gesorgt hat: die PKD.
"PKD" bedeutet "Polycystic Kidney Disease", zu deutsch: polyzystische Nierenerkrankung. Die Krankheit ist weder neu, noch beschränkt sie sich nur auf Katzen. Auch beim Menschen, beim Schwein, Hund, Schaf, Rind, Pferd sowie Ratte und Maus sind solche Krankheitsbilder bekannt. Auch treten die Zysten, wie der Name bereits andeutet, nicht nur in den Nieren auf, häufiger sind auch andere Organe betroffen, z.B. die Leber in etwa 10 % der Fälle. Das besonders Wichtige bei dieser Krankheit ist, dass sie mit den Erbanlagen weitergegeben wird. Das krankmachende Gen wird dominant vererbt, so dass besonders viele Nachkommen betroffen sind. Besonders häufig ist die PKD bei Perserkatzen und Exotic Shorthair, aber auch bei Maine Coon, British Shorthair / Kartäuser und Norwegischen Waldkatzen ist diese Krankheit zu beobachten; kurz gesagt Rassen, bei denen Perserkatzen zum Erreichen bestimmter Merkmale eingekreuzt wurden. Ebenso ist deshalb auch bei Mischlingen von Perserkatzen (Perser-Mix) mit dem Auftreten dieser Erbanlagen zu rechnen.
Nach dem Tierschutzgesetz ist es strikt verboten, mit Tieren zu züchten, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei deren Nachkommen Erbschäden auftreten. (§ 11 b TSchG). Eine Züchtung mit Katzen, die diese Erbanlagen tragen, ist als so genannte Qualzucht strafbar.

PKD

Von Seiten der Züchter: Weil sich natürlich kein Züchter mit seiner ernsthaft betriebenen Liebhaberei auch noch strafbar machen will, ist eine Früherkennung der Erkrankung wichtig. Da es zur Zeit für Katzen noch keinen Gentest gibt, müssen die Zysten im Körper der Tiere gesucht werden. Dafür ist die Ultraschalluntersuchung geeignet. Tiere können ab der 10. Lebenswoche getestet werden, jedoch ist eine sichere Diagnose erst im Alter von ca. 10 Monaten möglich. Nicht jedes Ultraschallgerät ist für die Untersuchung geeignet: Gerätetechnisch kommen nur absolut hochwertige Maschinen in Frage, denn die Zysten, die in diesem Alter gesucht werden, sind oft weniger als einige Millimeter groß! Außerdem gibt es in der Niere auch natürliche Hohlräume: das Nierenbecken. Im Ultraschallbild lassen sich Zysten im Bereich des Nierenbeckens nur schwer ausfindig machen. Hier ist vor allem die Erfahrung des Untersuchers mit dieser Erkrankung ausschlaggebend. Eine Liste der Praxen, die PKD - Untersuchungen vornehmen, finden Sie auf der Homepage der PKD - Interessenvertretung. Achten Sie als Züchter darauf, dass der Untersucher den ganzen Bauchraum schallt und den Bereich über den Nieren sorgfältig frei geschoren hat. Wichtig ist auch, dass der Tierarzt Ihnen keinen Persilschein ausstellt: Ihr Tier muss eindeutig zu identifizieren sein und das geht nur mit dem Mikrochip. Perserkatzen sind besonders stark betroffen, hier ist mit einer Befallsrate von weit über 25 % aller Tiere zu rechnen. Bei manchen Züchtern sind sogar über 80 % der Zuchttiere betroffen.

Von Seiten der Halter: Natürlich möchten Sie als zukünftiger Katzenhalter nicht unbedingt für teures Geld ein Tier erstehen, dass einen versteckten Mangel hat. Am besten wird es sein, wenn Sie sich vor dem Kauf eine Bescheinigung vorlegen lassen, in der ein Tierarzt bestätigt, dass es bei der Ultraschalluntersuchung keinen Hinweis auf PKD gab. Bezeichnenderweise trifft das aber auf die - wenig verbleibenden – Zuchttiere zu, welche die Züchter vermutlich ungern verkaufen möchten. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber etwas warten, denn es ist nicht schwer, PKD – freie Tiere zu züchten: man nehme zwei gesunde Eltern und das Problem ist beim nächsten Wurf gelöst! Züchter, die Ihnen die PKD - Freiheit ihrer Zucht nicht gewährleisten können, sind entweder nicht informiert oder -wahrscheinlicher- nicht seriös. In jedem Fall verstoßen sie gegen das Tierschutzgesetz.
Wird Ihr Tier krank werden, wenn es diesen Mangel trägt? Das ist nicht vorhersehbar. Selbst relativ große Zysten müssen weder zum Ausbruch der Krankheit noch zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen: Katzen haben eine Lebenserwartung von weit über 14 Jahren, ob die Erkrankung zu ernsthaften Symptomen führt, hängt dabei hauptsächlich von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die Zysten in der Niere vergrößern. Das funktionierende Nierengewebe wird zur Seite gedrängt und beschädigt. Außerdem können Schmerzen durch Dehnung der Nierenkapsel auftreten, wie wir es von der Nierenkolik kennen. Wichtig ist für Sie als Katzenhalter, dass Sie zumindest ab dem 8. Lebensjahr regelmäßig einen Checkup machen lassen, um rechtzeitig eine Veränderung der Nierenwerte zu erkennen.

Die Krankheit: Das Krankheitsbild ist in der Hauptsache davon abhängig, wie viel Platz die Zysten in der Niere beanspruchen. Kleine Zysten fallen klinisch nicht auf, auch die Nierenwerte im Blut werden sich nicht verändern. Große und viele Zysten brauchen entsprechend Platz und können das gesunde Nierengewebe nahezu völlig verdrängen. Die Funktion der Nieren lässt allmählich immer mehr nach, man spricht von chronischer Niereninsuffizienz. Das ist ein klinischer Begriff, der nichts weiter aussagt, als dass die Nierenleistung zu wünschen übrig lässt. Nicht nur die PKD, sondern auch eine ganze Reihe von anderen Nierenerkrankungen führen zur chronischen Niereninsuffizienz. Die Behandlung ist in allen Fällen nahezu identisch:
Chronische Niereninsuffizienz: Etwa die Hälfte aller Katzen über 10 Jahre zeigen Anzeichen einer chronischen Niereninsuffizienz. Eine der Ursachen der chronischen Niereninsuffizienz ist die PKD. Von der chronischen Niereninsuffizienz sind auch andere Rassen, als die "klassischen" PKD-Rassen (s. o.) betroffen. Für den Tierarzt verdächtig sind deshalb grundsätzlich alle Katzen, die älter sind als 10 Jahre, denn: Eine Früherkennung der Krankheit gibt es nicht, im Gegenteil: Wenn die Nierenwerte ansteigen, sind bereits etwa 75% der Nierensubstanz geschädigt. Verdächtig für eine Niereninsuffizienz sind Katzen, die allmählich abnehmen oder allmählich Durst entwickeln. Auch die Urinmenge (und damit der "Pieselklumpen" im Katzenklo) wird größer.

Als Symptome der Erkrankung können dann hinzukommen:

  • Katze trinkt vermehrt Wasser
  • Das Haarkleid wird struppig
  • Die Haut wird dünner
  • Katze riecht aus dem Mund
  • Katze erbricht, hauptsächlich in der Nacht
  • Katze wirkt abwesend, ist in der Nacht aber unruhig
  • Katze hat manchmal keinen Appetit.

Sollten mehr als zwei dieser Symptome bei einer älteren Katze zusammenkommen, ist eine gründliche Untersuchung der Nieren, einschließlich einer Blutuntersuchung angezeigt. Die chronische Niereninsuffizienz kann nicht geheilt werden. Sie schreitet langsam fort. Die Behandlung der Krankheit hat zum Ziel, das Fortschreiten zu verlangsamen. Die wichtigste Säule der Behandlung ist die Umstellung der Nahrung auf eine spezielle Nierendiät (gibt es beim Tierarzt). Gelingt die Umstellung nicht, ist eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich. Katzen mit Niereninsuffizienz können den Wasserhaushalt nicht regulieren (daher die großen Urinmengen) und brauchen evtl. Unterstützung in Form von Infusionen. Die Infusionstherapie ist sehr erfolgreich und führt oft dazu, dass die Katze ein mehr oder weniger normales Leben ohne nennenswerte Einschränkung der Lebensqualität führen kann. Medikamente werden nur eingesetzt, um die Begleitsymptome, wie z.B. das Erbrechen abzuschwächen. Viele Katzen mit Niereninsuffizienz brauchen außer ihrer strengen Diät keine weitere Medikation

Mit freundlicher Genehmigung von Simone Schleich, www.tierarztinfo.com
 

nachoben02

Katze verhängt sich im Kippfenster - einer der häufigsten Unfälle im Katzenhaushalt - immer ein Todesurteil?????

Erfahrungsbericht

Immer wieder wird davor gewarnt und doch scheint es unvermeidbar und geschieht immer wieder. Die Katze springt in ein angekipptes Fenster.

Es gibt ganz sicher Vorsichtsmaßnahmen, wie beispielsweise die Schutzgitter, jedoch ist es nicht in jedem Haushalt möglich, diese anzubringen und lüften muß schließlich jeder irgendwann.

Das einzige, das jeder jedoch immer tun kann und sollte ist, niemals ein Fenster angekippt zu lassen, wenn er außer Haus ist oder schläft.

Was geschieht, wenn die Katze in ein Fenster springt? Sie rutscht immer tiefer in den Spalt, kann sich nicht mehr selbst befreien und es kommt zu Quetschungen der Organe, Schädigungen der Knochen insbesondere der Wirbelsäule, der Nervenbahnen, unter Umständen zu inneren Blutungen.

Wenn die Tiere lebend zu einem Tierarzt gebracht werden können, bedeutet dies oft jedoch trotzdem ihren Tod, denn Einschläfern ist leider immer noch eine weitverbreitete Praxis, da sich viele Tierärzte nicht vorstellen können, dass es tatsächlich gelingt, die Katze wieder zu heilen.

Liegt ein Bruch der Wirbelsäule vor, wird dem Kätzchen kaum zu helfen sein. Ist dies jedoch nicht der Fall, haben die Tiere eine reelle Chance, wieder völlig gesund zu werden, auch wenn eine vollständige Lähmung der hinteren Gliedmaßen bzw. des Hinterteils vorliegt.

Diese Aussage bezieht sich nicht auf unser Wunschdenken sondern auf vier verschiedene Fälle mit Kippfenstersyndrom, die bis zum heutigen Tag ihr Leben genießen und mit 4 Pfötchen durchs Leben tapsen.

Der gravierendste Fall war jedoch ganz sicher der erste, mit dem wir je konfrontiert wurden, jener der kleinen Sweety, eine 8 Monate alte Cooniedame. Der Hilferuf ereilte uns , wie sollte es anders sein, an einem Sonntag. Die Besitzer fanden die Kleine eingeklemmt in einer angekippten Balkontür, laut ihrer Aussage war die Tür zu diesem Zimmer verschlossen, der mit im Haushalt lebende Kater war jedoch für sein Geschick Türen zu öffnen bekannt.

Sweety zeigte Lähmungserscheinungen ab Rippenbogen und stand unter Schock. Der sofortige Besuch in der naheliegenden Tierklinik zeigte in der Röntgenaufnahme keine Schädigung der Wirbelsäule oder innere Blutungen, jedoch reagierte das Tier auf die Sensibilitätsprüfung der Extremitäten nicht.

Empfehlung der Tierklinik, Euthanasie - einschläfern lassen.

Auf unseren Wunsch und den ihrer Besitzer wurde dies nicht durchgeführt. Die Ärzte meinten, man solle die Katze ruhig liegen lassen und man müsse sie katheterisieren, sie wird kein Wasser lassen können.

Um Sweety die angenehmste Versorgung verschaffen zu können und ihren Lebenswillen nicht zu schwächen, entschlossen wir uns sie nicht in der Klinik zu lassen, sondern nahmen lieber viele zukünftige Tierarztwege in Kauf und die Katze sofort nach der Untersuchung wieder mit nach Hause.

Wir sind weder Tierärzte noch Homöopathen, aber wir wollten alles in unserer Macht stehende tun, um der Kleinen eine Chance zu geben und waren mit den Empfehlungen der Tierärzte überhaupt nicht einverstanden.

Also dachten wir nach. Da Sweety Nahrung und Flüssigkeit verweigerte, ernährten wir sie oral per Einwegspritze, ohne Nadel. Zunächst bekam sie einmalig Belladonna, Calendula und Apis, ein homöopathisches Präparat, von dem wir uns ein Abschwellen der hinteren Extremitäten erhofften und um gleichzeitig Vorsorge gegen evtl aufkeimende Entzündungen treffen.

Zusätzlich 1x tägl. Sulfur und 3 x tägl. eine Tabl. Traumeel für die gesamte Dauer der Erkrankung, ein homöop. Kombinationspräparat, das auch bei Gehirnerschütterung , Zerrungen, Stauchungen und Knochenbrüchen eingesetzt werden kann.

Bis Sweety wieder laufen konnte bekam sie 1x tägl Rhus Toxidendron.

Ganz wichtig war es die kleine Maus warm zu halten, der Schock und die starken Schmerzen können dazu führen, dass der Wärmehaushalt nicht richtig reguliert wird. So legten wir sie auf eine Wärmedecke, immer in der Nähe ihrer Menschen, der im Haushalt lebende Kater kümmerte sich auch rührend um sie. Wir hofften ihren Lebenswillen zu erhalten, trotz ihres garvierenden Handicaps.

Wir hatten Glück, Sweety setzte unkontrolliert Urin ab, das ersparte ihr die Katheterisierung. Nachdem sie auf die Katzentoilette gelegt wurde und ihr Hinterteil von uns in die richtige Position gebracht wurde, war es ihr möglich Kot abzusetzen.

Am nächsten Morgen wurde der Haustierarzt aufgesucht, die Gesamtbehandlung wurde mit ihm abgesprochen, und da keinerlei medikamentöse Behandlung in der Klinik stattfand, erhielt sie ein Schmerzmittel gespritzt, welches sie fortan regelmäßig bekam. Zusätzlich erhielt sie Vitamin B Spritzen zur Unterstützung der Nervenbahnen.

Aus der „menschlichen“ Medizin wissen wir, das Nervenbahnen sich „reparieren“ können bzw. die Möglichkeit besteht, dass andere Nervenbahnen die Aufgabe der ausgefallenen übernehmen können, das beste Beispiel hierfür ist der Schlaganfall beim Menschen. Dafür ist aber eine Physiotherapie, die so früh wie möglich einsetzen sollte, nötig.

So ließen wir Sweety also nicht still auf einer Decke liegen sondern beübten sie, ähnlich einer Physiotherapie, so oft die Besitzer die Möglichkeit hatten und wenn es beim nächtlichen Toilettengang war. Hierzu wurde die flache Hand unter die Hinterpfötchen gelegt und sanft ähnlich einer „Laufbewegung“ bewegt. Nur wenige Male, dafür aber sehr, sehr oft, und das möglichst Tag und Nacht, damit die Muskulatur immer in Bewegung bleibt und immer wieder das Signal der Bewegung an das Gehirn gesendet wird.

Die Muskulatur der Katze scheint sich unheimlich schnell bei „Nichtbenutzung“ abzubauen, sind es doch Lebewesen, die sich fast ständig in Bewegung befinden.

Nach der Schmerzbehandlung nahm Sweety selbständig Futter und Wasser zu sich, wenn man es vor sie stellte, versuchte sie sich mit den Vorderpfötchen fortzubewegen. Sweety äußerte durch Mauzen ihren Bedarf Kot abzusetzen, welches ihr mit der Hilfestellung ihrer Besitzer gelang.

Wenige Tage später bewegte sie zum ersten Mal ihre Schwanzspitze und wir freuten uns über diesen winzig kleinen Schritt. Nach etwa 1,5 Wochen bemerkten wir während der täglichen Übungen, dass in einem der beiden Beine Spannung in der Muskulatur und ein „Gegenhalten“ auftrat.

Es gab immer mehr kleine Fortschritte, jedoch nur in einem der Beine.Es wäre sicher mühsam nun jeden folgenden Tag hier zu dokumentieren.

Der Muskulaturabbau nahm zu, jedoch auch unsere Hoffung!

Sweety war nach drei Wochen in der Lage zu sitzen, nach 4 Wochen stand sie zum ersten Mal auf drei Beinen und wenige Tage später lief sie dreibeinig die kurze Strecke zur Katzentoilette , setze selbstständig und kontrolliert Urin und Kot ab.

Da das zweite Hinterbein keinerlei Fortschritte zeigte, zogen wir eine Chirurgin hinzu, die Tatsache, dass Sweety soweit gekommen war, ließ die Hoffnung auf mehr zu, so bekam sie weiterhin Traumeel, Vitamin B und ihr Schmerzmedikament.

Als Sweety nach 6 Wochen auf drei Beinen den Kratzbaum hoch und runter tobte, wurde die Überlegung der Amputation angestellt, das gelähmte Bein störte sie sehr, wir verabredeten jedoch, noch zwei weitere Wochen warten.

Das Bein wurde nun speziell beübt, vorzugsweise wenn sie saß oder stand, in die richtige Postition gebracht und die Laufübung im Gehen, nachgeahmt.

Nach 7,5 Wochen zog sie zum ersten Mal das 4. Bein an ihren Körper. Von da an ging es rasant aufwärts, ein leichtes Hinken blieb, bis nach weiteren 2 Wochen die Schmerztherapie und die Therapie mit Traumeel ausgeschlichen wurde.

Sweety war jedoch noch nicht soweit, sie begann sich an den Beinen zu verstümmeln, diese anzuknabbern. Also bekam sie wieder Schmerzmittel, worauf sie das Beknabbern der Hinterbeine einstellte.
12 Wochen nach dem Unfall lief Sweety auf 4 Beinen, frei von Schmerzmitteln und ohne zu hinken durch ihr kleines Leben. Ohne die Zusammenarbeit ihrer Besitzer, dem behandelnden Tierarzt, der Chirurgie , der immer wieder auffordernend, liebevollen Pflege des dort lebenden Katers, der gerade in der ersten Zeit ihre Körperpflege übernahm und nicht zuletzt ihrem eigenen starken Lebenswillen, hätte sie es ganz sicher nicht geschafft.

Sweety war diejenige der vier Kippfensterkatzen, die am stärksten betroffen war. Wir kennen auch eine Katze, der man nach einer Woche kaum mehr etwas anmerkte.
 

nachoben02

Die Geschichte von Lily, dem Kater mit der Gaumenspalte

Lily wurde am 03.01.03 geboren. Leider stellte sich kurz nach der Geburt heraus, dass er nicht an Mamas Zitzen saugen konnte. So hat ihn seine Züchterin mühsam mit der Magensonde ernährt. Nach ein paar Tagen wurde vom TA festgestellt, dass er eine Gaumenspalte hatte, deswegen war es im nicht möglich, den nötigen „Unterdruck“ im Mäulchen herzustellen um richtig saugen zu können. Allerdings war er in den paar Tagen schon ganz gut gewachsen und so hat ihn die Züchterin weiterhin mit der Magensonde ernährt, bis er gross und stark war. Dann wurde er zu netten Liebhabern vermittelt.

Das Liebhaberpaar trennte sich jedoch und Lily sollte eingeschläfert werden. Er hatte, bedingt durch die Gaumenspalte und das dadurch entstandene Verschlucken beim Fressen, ständig eitrige Rachenentzündungen, die sich unter anderem durch starkes Niesen, Rotzen, Augentränen und fürchterlichen Mundgeruch bemerkbar machten. Da er in diesem Zustand nicht vermittelbar war, sollte er eingeschläfert werden mit der Begründung vom TA (!) „das Tier hat ständige Nebenhöhlenentzündung und dadurch immer starke Kopfschmerzen“. Eine OP kam für diesen TA nicht in Betracht, da die Gefahr einer Lungenentzündung zu hoch sei (???).

Die verzweifelte Züchterin erfuhr davon, setzte sich mit uns in Verbindung und so kam Lily zu uns in die Pflegestelle.

Wir haben ihn dann unserem TA vorgestellt und der meinte, dass eine antibiotische Behandlung der Rotzerei keinen Erfolg hätte ohne die Ursache, sprich die Gaumenspalte, zu beheben. Es wurde ein Termin vereinbart und Lily wurde operiert.

Wie man auf den Bildern sehen kann, stellte sich die Gaumenspalte als „umgedrehtes V“ im weichen Gaumen dar. Gottseidank war der Gaumenknochen nicht betroffen. Der TA schnitt praktisch links und rechts entlang des „V“s die Haut auf und nähte sie zusammen.

Nach einer Woche konnte man von der Narbe nur noch einen schmalen dunkelrosa Strich sehen und 10 Tage nach der OP sah man fast gar nichts mehr! Der Gaumen sah aus, als ob er noch nie anders gewesen wäre. Seitdem ist Schluss mit Verschlucken, Niesen und Rotzen. Er kann wieder ganz normales Futter fressen und würgt dieses auch nicht mehr hoch. Und unter dem Strich hat die OP mit anschliessender Behandlung nicht viel mehr gekostet als eine antibiotische Behandlung der eitrigen Rachenentzündung. Das dem Kater durch die OP eine ganz andere Lebensqualität gegeben wurde, versteht sich von selbst.

Und da Lily so ein lieber, total zärtlicher Schmuser ist und alle Leute vorbehaltlos begrüsst und beschmust hat er schon sein neues Heim in Neustadt gefunden. Nach einer abschliessenden Untersuchung mit „Freigabe zur Vermittlung“ und einer frischen Impfung kann er in sein neues Heim umziehen.
 

gaumenspalte1kl02 gaumenspalte3kl03
nachoben02

Zahnfleischentzündung bei Katzen
Ein Erfahrungsbericht von Petra Büttner-Lotter

Da wir sehr oft gefragt werden „meine Katze hat eine Zahnfleischentzündung, was kann ich tun?“, habe ich mich dazu entschlossen, meine Erfahrungen einfach mal aufzuschreiben, um vielleicht anderen Katzenhaltern und vor allem den Katzen, zu helfen. Dies ist also ein Erfahrungsbericht, der aber keinesfalls den Gang zum Tierarzt ersetzt!

Über Zahnfleischentzündungen könnte ich wahrscheinlich ein Buch schreiben... Ich habe selber 2 Katzen, die inzwischen zahnlos sind und habe auch schon viele Pflegekatzen mit Zahnfleischproblemen (vor allem welche aus Zuchträumungen) vermittelt.

Ursachen:
Über die Ursachen kann man viel spekulieren, da ist es ähnlich
wie mit FIP: Frag 10 Tierärzte und Du bekommst 12 Antworten. Nach meiner Erfahrung und meiner ganz persönlichen Einschätzung nach (ist nicht wissenschaftlich belegt) kann es wohl einen genetischen Hintergrund geben. Bzw. denke ich mir, dass manche Katzen einfach die Disposition zur Zahnfleischentzündung an ihre Kinder weitergeben.

Was auch viel ausmachen kann, sind gewisse Stressfaktoren (Vielkatzenhaushalt, Stress und Veränderungen wie Umzug, Menschennachwuchs, Katzenzuwachs, halt alles, was eine Katze schon mal aus der Bahn wirft). Laut Aussage einiger TÄ kommt auch eine Infektion mit Calici-Viren in Betracht. Bei den Pflegekatzen aus Vielkatzenhaushalten war es oft so, dass sie mit einer massiven Zahnfleischentzündung kamen, die aber abklang, als sie im neuen Zuhause "daheim waren", was aber schon mal 6-7 Monate dauerte. Auch eine anstehende Rolligkeit mit einem gewissen "Hormonüberschuss" ist ein Stressfaktor.

Symptome:
Symptome für eine ZFE können (ich schreibe „können“ weil viele Katzen wahre Meister im Schmerz unterdrücken sind) sein:

  • vermehrtes Schlucken und Speicheln
  • Mundgeruch, der an vergammeltes Fleisch erinnert
  • allgemeines Unwohlsein mit Rückzug in irgendwelche Höhlen und Verstecke
  • verminderte Essensaufnahme und dadurch Gewichtsabnahme
  • struppiges (teilw. verklebtes, „vollgesabbertes“) Fell, weil die Katze Schmerzen beim Putzen hat

Schaut man der Katze dann ins Maul, sieht man meist einen mehr oder wenigen roten Saum am Zahnfleisch entlang der Zähne, der durchaus bluten kann, wenn man ihn mit dem Fingernagel berührt. Oft sind starke Zahnsteinbeläge vorhanden, die Zähne sind braun und wirken „gammelig“. Der Geruch aus dem Katzenmäulchen erinnert an ein 4 Wochen altes Schnitzel, das man im Kühlschrank vergessen hat. Die ZFE ist in den meisten Fällen an den hinteren Backenzähnen (Molaren) am schlimmsten und zieht sich abschwächend über die Prämolaren bis nach vorne zu den Reisszähnen (Canini) und den dazwischen liegenden Schneide- oder Putzzähnchen, den Incisivi. Das ausgewachsene Katzengebiss besteht übrigens aus 30 Zähnen.
 

oberkiefer unterkiefer

Die beiden Bilder zeigen Oberkiefer (links) und Unterkiefer (rechts) einer ausgewachsenen Katze von der Seite „Informationen der Diskussionsgruppe Zahnheilkunde bei Kleintieren“
http://www.svk-asmpa.ch/zahn/fachlit/tierbes/katze/katze2.htm#entw

 

Behandlung:
Hat man nun bei seiner Katze eine Veränderung der Zähne oder des Zahnfleisches festgestellt, heißt es, die Katze so schnell wie möglich dem Tierarzt vorzustellen. Je eher man etwas unternimmt, umso größer sind die Chancen, die Entzündung zu heilen. Wartet man zu lange, kann so eine Entzündung durchaus chronisch werden und die Katze hat richtige Schmerzen.

Wichtig ist, dass man vom Gebiss ein Röntgen-Bild macht, um zu sehen, ob die Zahnwurzeln betroffen sind (FORL oder auch Zahnhalsschädigung, früher Necklessions). Wenn nämlich die Wurzeln kaputt sind, kann man oben herum soviel behandeln, wie man will, ohne dass eine Besserung eintritt. Dann müssen die Beißerchen raus. Zieht man die betroffenen Zähne, ist nach Abheilen der Wunden oft der ganze Spuk schnell vorbei.

Sind die Wurzeln in Ordnung, kann man versuchen die ZFE in den Griff zu bekommen, aus schulmedizinischer Sicht gibt es allerdings nicht sehr viel mehr Möglichkeiten, als eine Therapie mit Antibiotika und Kortison. Durch das Kortison tritt schnell eine Besserung ein, allerdings ist die Entzündung nach der Therapie manchmal auch schnell wieder da. Das viel gepriesene Omega-Interferon hilft leider auch nicht immer, genauso wie die langfristige Behandlung mit Hormonen. Um die Keimbelastung in der Maulhöhle etwas einzudämmen, kann man Dentisept-Paste (Dr. Albrecht GmbH, beim Tierarzt erhältlich) aufs Zahnfleisch reiben, was sich nicht jede Katze gefallen lässt und was auch nicht bei allen Katzen anschlägt. Auch die Gabe von Nachtkerzenöl und erhöhte Vitamingaben (A, C, E) können die Entzündung mindern.

Meiner Meinung nach sollte man auch die Fütterung in die ganze Überlegung mit einbeziehen. Die so genannten "Zahnstein-Verminderungs-Futtermittel" dienen hauptsächlich dem Geldbeutel der Futtermittelindustrie, da Überreste in den Zähnen durch den hohen Getreide-Anteil im Futter ein optimaler Nährboden für Keime jeder Art sind.

Für manche Tierärzte sind Antibiotika und Kortison das „non plus ultra“ und unter Umständen wird die Katze monatelang damit behandelt. Ich empfehle jedem Betroffenen, sich eine(n) gute(n) Heilpraktiker(in) zu suchen und auch homöopathische Behandlungsmethoden mit einzubeziehen.

Vorbeugung:
Zahnsteinbefall und anderen Zahnerkrankungen kann man natürlich auch vorbeugen. Man sollte einmal im Jahr das Gebiss der Katze durch seinen Tierarzt untersuchen lassen, selber kann man immer wieder mal der Katze ins Maul schauen. Ist Zahnstein vorhanden, sollte dieser möglichst schnell entfernt werden. Nach der Zahnsteinentfernung sollten die Zähne poliert und evtl. auch versiegelt werden (bietet leider nicht jeder TA an), dadurch gewinnt man etwas mehr Zeit, bis zur nächsten Entfernung.

Dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit, seiner Katze jeden Tag die Zähne zu putzen. Aber mal ehrlich, wer KANN seiner Katze die Zähne putzen? Am besten wäre es, die Katze von klein auf daran zu gewöhnen und das auch wirklich regelmäßig durchzuziehen. In ganz kleinen Schritten ist es sicher möglich, auch eine erwachsene Katze daran zu gewöhnen.

Der beste Zähneputzer ist ein Stück Fleisch. Ob Huhn, Rind oder Maus ist eigentlich egal. Das Stück Fleisch sollte so groß sein, dass die Katze es wirklich richtig durchkauen muss und dass es ihr unmöglich ist, dies in einem Rutsch runterzuschlucken. Gerade knorpelige Stücke wie Hühner- oder Putenhälse sind gerade richtig.

Mehr Infos:
Katzenfreunde Norddeutschland e.V. - Informatives – Zahnerkrankungen
http://www.kfndev.de/informatives_gesundheit_zahnerkrankung.html

Informationen der Diskussionsgruppe Zahnheilkunde bei Kleintieren
http://www.svk-asmpa.ch/zahn/fachlit/tierbes/katze/index.html

Tierarztpraxis Dr. Rogalla & Dr. Rummel – Zahnkrankheiten
http://www.tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wiss_krank_zahnkrankheiten.html

Info-Blatt zu Zahnerkrankungen bei der Katze der Praxis Dres. Schramm und Eisele, Erlangen (pdf)

Info-Blatt zur Zahnfleischentzündung (Gingivitis-Stomatitis-Oropharyngitis = GSO) der Praxis
Dres. Schramm und Eisele, Erlangen (pdf)

„Hat meine Katze Zahnschmerzen?“ von Dr. Markus Eickhoff, 73728 Esslingen,
http://www.vet-dent.com (pdf)

Zähneputzen lernen bei Dr. Albrecht, http://www.albrecht-vet.de/tg_k_03.html

© Petra Büttner-Lotter, 2008