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30.07.2010: Church oder “das Plüsch”, kastrierter Kater, ca. 4-5 Jahre alt, red-white, Krallen vorne amputiert Blutbild ohne Befund, FIV, FeLV und FCoV negativ getestet
Church kam irgendwann mit Amerikanern nach Grafenwöhr und nach deren Abzug wurde er 4- bis 5mal weitergereicht. Zuletzt lebte er in einem völlig verdreckten und vermüllten Haushalt bei einer 18jährigen, schwangeren Frau mit Kind und jungem Hund. Dieser Hund wurde dabei beobachtet, wie er immer wieder die Katze packte. Um das zu unterbinden, hat man die Katze dann zeitweise in eine Rumpelkammer eingesperrt. Eine Tierfreundin hat ihn aus diesen miserablen Zuständen gerettet (“nimm ihn mit, ich kann ihn eh nicht brauchen”), uns kontaktiert und so kam er am 29.07.10 zu uns. Er ist an den Vorderpfoten Krallenamputiert, konnte sich also weder gegen den Hund, noch gegen den Menschen wehren.
Wer weiß, was dieser arme Kater alles erlebt hat, es kann jedoch nicht viel Gutes dabei gewesen sein. Er ist völlig verstört, faucht, brummt und schnurrt gleichzeitig, der Schwanz peitscht ständig. Er kommt her und köpfelt den Menschen an, um ihn im nächsten Augenblick anzufauchen und zu schlagen. Im Moment lebt er im Einzelzimmer und geniesst sichtlich die Ruhe. Um ihm einen Namen zu geben (beim Vorbesitzer hatte er keinen), habe ich ihn “Church” genannt, nach dem durchgeknallten Kater aus “Friedhof der Kuscheltiere” :-)
Der Vorstellungstermin bei unserer TÄ verlief sehr gut. Seine Zähne sind prima in Ordnung, die Augen sauber und klar, das Fell seidig weich. Er ist gechippt und inzwischen auch registriert. Das große Blutbild ergab: Alles im grünen Bereich, FIV, Leukose und FCoV negativ. Frisch geimpft ist er nun ebenfalls.
Church und andere Katzen - das funktioniert leider überhaupt nicht. Wenn er aus seinem Zimmer rausdarf, läuft er ultranervös und mit schlagendem Schwanz durch die Wohnung, brummt und “singt” nur so vor sich hin. Sobald er eine andere Katze sieht oder auch nur riecht, fängt er zu fauchen an. Sobald eine Katze versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen, fängt er fürchterlich zu schreien an, dreht die Katze dann nicht ab, setzt es eine Tracht Prügel. Meine Hunde sind ihm relativ egal, wenn sie liegen. Wenn sie sich bewegen, werden auch diese angefaucht. Ich denke, mit viel Geduld und Ausdauer und natürlich einer sozialen, gelassenen Katze (die muss natürlich mit seiner lauten Art klarkommen) könnte man ihn evtl. vergesellschaften. Mehr Katzen sollten aber nicht im Haushalt leben. Besser wäre wahrscheinlich ein Einzelplatz.
Das größere Problem sehe ich darin, dass Church vorher wohl Freigänger war. Er klappert hier jedes Fenster ab und versucht rauszukommen. Er kratzt an der Balkontür und maunzt furchtbar (hab ich schon gesagt, dass er sehr laut ist?). Eigentlich möchte ich ihn nicht in ungesicherten Freigang vermitteln, da er weder die Möglichkeit hat sich zu wehren, noch kann er eben mal auf einen Baum klettern. Wir suchen für ihn also Jemanden, der über einen sicher eingezäunten Garten verfügt oder wirklich mitten in der Pampas wohnt.
Dem Menschen gegenüber ist Church ist großer Schmuser, sanft und vorsichtig, manchmal fast zaghaft, als ob er um Erlaubnis fragen wollte, zärtliche Köpfeleien, zufriedenes Schnurren und Andocken bei seinem Menschen sind seine Leidenschaften. Trotz seines Geschreis (meist viel Lärm um Nichts), kann man ihn in den allermeisten Fällen problemlos hochnehmen und herumtragen. Er ist sehr anhänglich und folgt mir auf Schritt und Tritt, wenn er kann. Oft liegt er hier bei mir auf dem Schreibtisch, tretelt vor sich hin und schnurrt. Er hört sogar auf seinen Namen und kommt dann auch oder gibt zumindest Antwort, wenn er grad keine Lust hat. Er ist ein sehr leichtfüssiger und eleganter Springer, der aus dem Stand locker 1,5 m und mehr springt.
Zum Thema Krallenamputation (declawing) hier noch 2 Links: http://community-2.webtv.net/stopdeclaw/declawpics/ , http://amby.com/cat_site/health.html Die Krallenamputation wurde in Deutschland aus Tierschutzgründen verboten. Leider ist es in einigen europäischen Ländern und den USA noch gang und gäbe. Amputierte Katzen haben dort auch wesentlich höhere Vermittlungschancen - leider aber auch oft gesundheitliche Probleme wie Arthrosen und psychische Störungen.
Kontakt: Petra Büttner-Lotter, 91080 Marloffstein, Tel. 09131/996680, petra@maine-coon-hilfe.de
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