Wie schon aus dem Namen unserer Seite hervorgeht, kümmern wir uns um die Vermittlung von Notfällen, hauptsächlich und mit dem Schwerpunkt auf die Rasse Maine Coon bezogen. Wir, das sind ehemalige oder auch noch aktive Maine Coon Züchter.

Hier geht es aber nicht darum, ausrangierte Zuchtkatzen unter das Volk zu bringen, sondern Tieren, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr in ihrem alten Heim verbleiben können, einen neuen Platz in liebevoller Umgebung zu verschaffen.

Die Hintergründe für die geplante Abgabe eines Tieres können vielfältig sein. Da gibt es Scheidungswaisen, Allergien, Umzüge oder Krankheit, vielleicht sogar Tod des Vorbesitzers. Es gibt aber auch die Fälle, wo- und das ist in Züchterhaushalten naturgemäß eher der Fall als bei einer Einzelkatze oder einem kleinen Bestand an Tieren, wie er häufig in Liebhaberhaushalten zu finden ist- eine Katze sich nicht mehr wohl fühlt und weder dem Tier, noch dem Besitzer damit geholfen ist, es aus falsch verstandener Tierliebe heraus auf Biegen und Brechen im Bestand zu halten.

Häufig verlieren z.B. Kastraten in einer Gruppe den Status, den sie als potentes Tier gehabt haben. Sie werden dann von den Mitkatzen regelrecht schikaniert, das Tier leidet und es flüchtet sich häufig in Unsauberkeit. Ein Zustand, der weder für das Tier noch für den Besitzer auf Dauer erträglich ist. Tiere, die einem solchen Stress ausgesetzt sind, erkranken häufiger und haben dadurch bedingt auch eine erheblich reduzierte
Lebenserwartung. Für solche Geschöpfe z.B. suchen wir die liebevollen Plätze, wo ein Tier wieder König sein darf und im Mittelpunkt steht.

Aber auch wenn es noch nicht zu Problemen gekommen ist, sollen einige Tiere vermittelt werden. Dies sind dann nicht unbedingt Notfälle, sie sollen aber auch keine werden. Züchten bedeutend auch selektieren. Ein seriöser Züchter achtet auf die Gesundheit, aber auch auf den Typ seiner Tiere. Stellt sich dann z.B. heraus, dass ein Tier eine Zahnfehlstellung hat oder einfach etwas zu klein bleibt, das Kinn zu schwach ausgebildet, der Schwanz zu kurz oder die Ohren zu klein sind, wird es von einem verantwortungsvollen Züchter nicht zur Zucht eingesetzt. Dies dient der Gesundheit und auch einfach dem Erscheinungsbild der Rasse Maine Coon, das durch einen Rassestandard definiert ist und an den Züchter gebunden sind.

Kittenkäufer, die Wert auf ein ordentlich aufgezogenes Kitten aus einem gesunden Bestand einer eingetragenen Zucht legen, und die entsprechenden Kaufpreise, die solche Kitten nun mal kosten (und im Gegensatz zur landläufigen Meinung keineswegs den Züchter, der eine ordentliche Selektion und Gesundheitsprophylaxe seiner erwachsenen Katzen und der Jungtiere betreibt, bereichern), bezahlen, haben einen Anspruch auf diese Selektion. Einen Liebhaber wird ein etwas kürzerer Schwanz oder ein etwas schwaches Kinn nicht stören und wir erwarten auch gar nicht, dass sie diese Suche nach Perfektion verstehen. Für einen Liebhaber ist sein Tier immer das Schönste, und so soll es auch sein. Wir lieben unsere Tiere trotzdem, viele Züchterhaushalte haben mehrere Kastraten, weil sie sich nicht von den Tieren trennen können.

Wir von der MCH haben uns auch den Liebhaber in unseren Herzen bewahrt.
Gerade deshalb muss aber auch ein mal ein Tier gehen, die Gründe habe ich ja bereits vorweg erläutert - und dafür wurde eben die MCH ins Leben gerufen. Keineswegs sind wir ein Organ für Züchter, die alle paar Monate oder Jahre ihren kompletten, unrentabel gewordenen Zuchtbestand gegen jüngere Tiere austauschen wollen! Wir distanzieren uns ausdrücklich von solchen Machenschaften und möchten Sie bitten, uns darauf hin zu weisen, sollten Tiere aus solchen Zuchten hier zur Vermittlung stehen. Leider kennen wir
auch nicht jeden, der sich Hilfe suchend an uns wendet, persönlich.

Manchmal empören sich Leute, die sich für eins der hier vorgestellten Tiere interessieren, über die verlangten Schutzgebühren der Abgeber. Die MCH hat keinen Einfluss darauf, ob und wie viel im einzelnen für ein hier vorgestelltes Tier verlangt wird. Wir vermitteln nur, wir verkaufen nicht. Leider herrscht in den Zeiten der Schnäppchenjäger und Geiz-ist-geil-Mentalität immer wieder der Irrtum vor, eine ausgewachsene Katze sei nichts mehr wert und deshalb umsonst zu haben. Die wirtschaftlich schlechte oder schlecht geredete Situation im Land verstärkt diese Annahme auch noch. Es kommt aber auch darauf an, ob es sich um einen echten Notfall oder nur um die Abgabe eines Kastraten handelt. Es ist legitim, für ein Tier eine Schutzgebühr zu verlangen, selbst wenn es ein Notfall ist. Das Problem ist, dass leider auch nicht alle Anfragen seriös sind. Es gibt unseriöse Züchter, es gibt aber auch unseriöse Interessenten.

So werden z.B. billig Zuchttiere gesucht, mit denen dann schwarz - also ohne Zuchtverband, ohne Kenntnisse von Gesundheit, Anatomie oder Inzuchtkoeffizient, ohne Gesundheitsprophylaxe und unter denkbar unwürdigen Bedingungen - Kitten produziert werden sollen. Ein Grund, warum wir ausschließlich kastrierte Tiere zur Vermittlung annehmen.

Ein weiterer Grund ist der, dass sich leider immer noch viel die Meinung hält, was nichts kostet, ist nichts. Da dürfen dann Tiere an stark befahrenen Strassen ohne Kontrolle aus dem Haus, wenn es überfahren wird, macht ja nichts, hat ja nichts gekostet. Und dann gibt es noch tatsächlich Leute, die Katzen für satanische Rituale verstümmeln und opfern. Für die meisten von ihnen sicher unvorstellbar, aber leider grausame Realität. Eine adäquate Schutzgebühr ist zwar kein Garantieschein dafür, dass dies nicht doch geschieht, aber sie wirkt in den meisten Fällen schon abschreckend.

Ein wirklicher Liebhaber sieht ein, dass ein gut sozialisiertes, verschmustes, geimpftes und kastriertes Rassetier auch noch mit ein paar Jahren seinen Wert hat, der eigentlich ohnehin nicht in Zahlen zu bemessen ist. Die glücklichen und zufriedenen Reaktionen der Menschen, die bereits zu einem neuen Mitbewohner über die MCH gekommen sind, zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Erläuterungen dabei geholfen haben, unseren Standpunkt ein wenig näher zu bringen. Sollten noch Fragen offen sein, beantworten wir sie Ihnen gerne.

© 2004, Irina Saparautzki